
بِسْمِ اللَّهِ، وَالْحَمْدُ لِلَّهِ، وَالصَّلَاةُ وَالسَّلَامُ عَلَى رَسُولِ اللَّهِ ﷺ، أَمَّا بَعْدُ:
Der Gesandte Allahs (H) sagte:
بَلِّغُوا عَنِّي وَلَوْ آيَةً
„Übermittelt von mir, und wenn es auch nur ein einziger Vers sein sollte.“(Überliefert von al-Buchārī 3461)
Dies gilt allgemein für jeden in der Ummah, der über korrektes und gefestigtes Wissen und ein richtiges Verständnis eines Verses, eines Ḥadīths oder einer Angelegenheit verfügt. Er darf dieses Wissen weitergeben und somit zu Allah aufrufen – und zwar mit allen erlaubten Mitteln der Da’wah, die ihm zur Verfügung stehen.
Im Gegensatz zu dem, was Allah (D) und Sein Gesandter (H) den Muslimen befohlen haben, zeigt sich heute, dass einige Studenten und insbesondere Absolventen islamischer Universitäten – die nicht auf der Tarbiyyah der Großgelehrten herangezogen wurden – versuchen, die Da’wah einzuschränken: Sie halten vom Wege Allahs ab, bremsen die Verbreitung des Guten aus und haben die Angelegenheit der Tazkiyyah, Schahādah und Tacharrudsch zu Voraussetzungen gemacht, obwohl Allah diese nicht festgelegt hat.
So behaupten manche von ihnen, niemand dürfe zu Allah aufrufen oder unterrichten, außer jemand, der einen Universitätsabschluss oder eine Tazkiyyah besitzt. Dieses Vorgehen widerspricht der Religion des Islams, dem, was Allah Seinem Gesandten (H) offenbart hat, ebenso wie den klaren Aussagen und Klarstellungen der Großgelehrten.
Diese selbsternannten „Träger der Da’wah“ bedienen sich dabei häufig eines mehrstufigen, verdorbenen und falschen Vorgehens:
- Wer keine Tazkiyyah besitzt, darf sich überhaupt nicht an der Da’wah beteiligen.
- Wer eine Tazkiyyah besitzt, aber nicht im Ausland studiert hat, darf sich nicht an der Da’wah beteiligen.
- Wer eine Tazkiyyah besitzt, aber nicht in einem akademischen Umfeld an einer Universität studiert hat, darf sich nicht an der Da’wah beteiligen.
- Wer eine Tazkiyyah besitzt, aber keinen Abschluss gemacht hat, darf sich nicht an der Da’wah beteiligen.
- Wer eine Tazkiyyah besitzt und sogar an einer islamischen Universität abgeschlossen hat, aber z.B. nicht „die Tür von ‘Arafāt al-Muḥammadī“ kennt, darf sich nicht an der Da’wah beteiligen.
Zudem ist Fiqh, also das tiefere Verständnis, etwas, das Allah demjenigen gewährt, dem Er Gutes will. Es ist keineswegs erforderlich, dass jemand, der einen Abschluss besitzt oder Empfehlungen von Gelehrten erhalten hat, automatisch über ein korrektes Verständnis in allen oder den meisten Angelegenheiten verfügt, über die er spricht. Und die Gelehrten geben eine Tazkiyyah lediglich auf Grundlage dessen, was ihnen äußerlich von dieser Person bekannt ist.
Nachdem Ahlus-Sunnah im Westen begonnen haben, die Aussagen der Gelehrten über bestimmte fehlgegangene Personen zu verbreiten, haben die Anhänger vieler dieser Personen damit begonnen, Zweifel über einige Aufrufer im Westen zu streuen, insbesondere im Hinblick auf das Unterrichten und die Da‘wah. Sie behaupten, eine Person müsse zwingend eine Tazkiyyah besitzen oder einen Abschluss einer Institution vorweisen und Ähnliches, um das Wissen weiterzugeben, das sie besitzt.
Die Realität ist jedoch, dass diejenigen, die auf diese Weise angegriffen werden, tatsächlich Verbindungen zu den Gelehrten haben, zu ihnen reisen und bei ihnen Wissen in ‘Aqīdah, Manhadsch, Fiqh usw. nehmen, auch wenn sie nicht formell an einer Institution studiert, keinen Abschluss gemacht oder keine spezielle Tazkiyyah erhalten haben. Der eigentliche Grund für diese Zweifel ist vielmehr, die Tätigkeit der Aufrufer im Westen zu untergraben. Denn sie rufen nicht nur zur Sunnah auf, sondern warnen auch vor Zweifeln, Neuerungen und Gelüsten sowie vor denjenigen, die diese vertreten oder verbreiten.
Was jedoch noch erstaunlicher ist: Die Hauptperson, die diese neu erfundene Regel verbreitet, könnte sich selbst mit tausend Tazkiyyāt schmücken, sie laminieren und im Wohnzimmer aufhängen – und dennoch würde dies nichts an seinem Unterrichtsverbot in den Salafi-Moscheen ändern.
Eine rhetorische Frage, die keiner Antwort bedarf: Haben ihm seine Tazkiyyāt geholfen, als er von den bekanntesten Salafī-Moscheen in Deutschland ausgeschlossen wurde?
Dies zeigt deutlich, dass in Wirklichkeit die Taten und Aussagen eines Menschen seine wahre Tazkiyyah sind.
In diesem Werk werden die Aussagen der Großgelehrten zu diesem Thema ausführlich dargelegt.
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