بِسْمِ اللَّهِ، وَالْحَمْدُ لِلَّهِ، وَالصَّلَاةُ وَالسَّلَامُ عَلَى رَسُولِ اللَّهِ ﷺ، أَمَّا بَعْدُ:

Zu den Merkmalen eines Laienpredigers gehört das Fehlen einer gefestigten Wissensgrundlage, eines korrekten Verständnisses der Religion sowie eines klaren Werdegangs auf dem Manhadsch der Salaf. Dennoch wird über die Religion Allāhs ohne Wissen und ohne Einsicht gesprochen. Nur selten findet man bei solchen Laienpredigern eine wirkliche Rückkehr zum Qur’ān und zur Sunnah. Stattdessen sind viele Aussagen von Emotionen, spontanen Eindrücken und persönlichen Stimmungen geprägt.

Allāh (E) sagt:

﴿قُلْ إِنَّمَا حَرَّمَ رَبِّيَ الْفَوَاحِشَ مَا ظَهَرَ مِنْهَا وَمَا بَطَنَ وَالْإِثْمَ وَالْبَغْيَ بِغَيْرِ الْحَقِّ وَأَنْ تُشْرِكُوا بِاللَّهِ مَا لَمْ يُنَزِّلْ بِهِ سُلْطَانًا وَأَنْ تَقُولُوا عَلَى اللَّهِ مَا لَا تَعْلَمُونَ﴾

„Sag: Mein Herr hat nur die Schandtaten verboten, was von ihnen offen und was verborgen ist, und die Sünde und die Übertretung ohne Recht, und dass ihr Allāh etwas beigesellt, wozu Er keine Ermächtigung herabgesandt hat, und dass ihr über Allāh das sagt, was ihr nicht wisst.“
(Sūrah al-A’rāf, Vers 33)

Umso tragischer ist es, dass solche Laienprediger schnell in Lehrpositionen gebracht und vor den Menschen gestellt werden, obwohl ihnen das notwendige Wissen fehlt. Wenn sie sich doch nur zurückziehen, lernen, nach dem authentischen Wissen handeln und durch ihre emotionalen Texte, die frei von jeder wissensbasierten Darlegung sind, die Massen nicht verwirren würden, wäre es besser für sie gewesen. Doch unabhängig davon, ob sie es beabsichtigen oder nicht, führt ihr Vorgehen in Wirklichkeit dazu, dass sie dem Qur’ān, der Sunnah, und dem Manhadsch der Salaf widersprechen und Falschheit und Irrefürung unter den Menschen verbreiten.

Und wie aus Erfahrung gesagt wird:

من تصدّر قبل أوانه، فقد تصدّى لهوانه

„Wer sich vor seiner Zeit in den Vordergrund drängt, setzt sich selbst der Erniedrigung aus.“

Zu solchen falschen Aussagen und Vorgehensweisen gehört auch die folgende Passage:

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Die Verpflichtung zur Widerlegung von Irrelehren und ihren Trägern und Verbreitern

Das Widerlegen von Fehlern (mit klaren Beweisen), unabhängig davon, von wem sie stammen, ob Salafi oder nicht, gehört zum Gebieten des Guten und Verbieten des Schlechten, insbesondere wenn diese Fehler (in der Religion) öffentlich gemacht werden.

Dieses oben dargelegte falsche Konzept, das dem Manhadsch der Salaf völlig fremd ist, ist nicht nur äußerst verantwortungslos, sondern wurde von den Anhängern der Mumayyi’ah-Sekte eingeführt, mit dem Ziel, den Islam zu verwässern bzw. zu schwächen und die Muslime, insbesondere die Salafis, davon abzuhalten, Fehler aufzuklären, die auf der Szene auftreten, und die Wahrheit klarzustellen. 

Der Verfasser scheint hier zwischen zwei völlig unterschiedlichen Angelegenheiten zu vermischen: zwischen der Bedeckung privater Sünden eines Muslims, was in der Scharī’ah tatsächlich lobenswert und erforderlich ist, und der Widerlegung von öffentlich verbreiteten Fehlern und Irreführungen.

Etwas als „kein Prinzip des Islams“ darzustellen und dies noch hervorgehoben zu betonen, ist ein schwerwiegender Fehler, da man mit einer solchen falschen Behauptung über Allāh und Seine Religion ohne Wissen Aussagen trifft!

Vielmehr gehört es sehr wohl zu den Prinzipien des Islams, Fehler zu widerlegen und diese, wenn erforderlich, erneut „aufzuwärmen“. Und somit ist es auch überhaupt kein Problem, die Fehler und Irreführungen einer Person zu „sammeln“ und sie wiederholt zu widerlegen, selbst wenn die Person davon bereits Reue gezeigt und eine Klarstellung gemacht hat!

Dies gehört auch zum bekannten Vorgehen der Großgelehrten des al-Dscharḥ wat-Ta’dīl. Sie sammelten die Fehler derjenigen, die der Sunnah widersprachen, zitierten ihre Aussagen haargenau und widerlegten sie ausführlich und wissensbasiert. So handelte etwa Scheich Rabī’ ibn Hādī al-Madchalī (V) in seinen Widerlegungen gegen Sayyid Quṭb. Ebenso sammelte und stellte Scheich ‘Abdullāh ad-Duwaysch (V) 180 Fehler in der ‘Aqīdah von Sayyid Quṭb allein in seinem bekannten Tafsīr zusammen und widerlegte sie in seinem bekannten Buch:

المورد الزلال في التنبيه على أخطاء الظلال
Die kristallklare Quelle zur Aufklärung über die Irrtümer des Buches „adh-Dhilāl“

Und nachdem die vernichtenden und vollkommen ausreichenden Widerlegungen dieser Gelehrten gegen Sayyid Quṭb veröffentlicht wurden, wie viele weitere Gelehrte haben seither ebenfalls diesen irregeleiteten Mann aufgrund derselben Fehler widerlegt, seine Abweichungen aufgezeigt und die Ummah vor solchen Personen gewarnt? Und die Beispiele dafür sind zu zahlreich, um sie alle anzuführen.

Die widerholten Widerlegungen der Irrelehren

Und viele Gelehrte vor und nach ihnen haben ebenfalls irrgeleitete Personen und Gruppen und sogar immer wieder dieselben Fehler „gesammelt, aufgewärmt und widerlegt“ und sogar von den selben Leuten und Gruppierungen gewarnt, obwohl diese bereits zuvor von anderen Gelehrten ausführlich zurückgewiesen wurden.

Allāh (E) hat die Götzendiener, die Leute der Schrift und andere Gruppen im Qur’ān wiederholt widerlegt und ihre Fehler immer wieder erwähnt. Der gesamte Qur’ān ist gefüllt von der wiederholten Widerlegung von Schirk und Kufr, vom Ungehorsam gegenüber Allāh und Seinem Gesandten (H) sowie von den Verfehlungen, die frühere Völker zugrunde gerichtet haben, wie das Volk von Lūṭ, ‘Ād und Thamūd. Ebenso finden wir dies in der Sunnah. Wie oft finden wir, dass der Prophet (H) vor Neuerungen warnt, obwohl es zu seiner Lebzeit noch keine Neuerungen gab.

Diese pauschale Aussage dieses Laienpredigers, dass dies kein Prinzip im Islam sei, ist äußerst gefährlich und stellt somit einen Angriff auf die Grundlagen unserer Religion dar. Gerade hierin zeigt sich die Gefahr, wenn solche Personen in die Da’wah involviert werden, die noch neu auf dem Weg der Salaf sind und zuvor von Irreleitung geprägt waren.

Der Großgelehrte Scheich Zaid al-Madchalī (V) sagte über dieses wichtige Prinzip (des Widerlegens) im Islam:

Dies ist eine grundlegende islamische Regel: Wer Bücher verfasst und darin Irreführungen verbreitet, die unter den Menschen zirkulieren, und danach bereut und zurückkehrt, dessen Reue hindert die Leute des Wissens nicht daran, seine Irreführungen (weiterhin) zu widerlegen, die er in seinen Büchern verbreitet hat. Denn es wird befürchtet, dass diejenigen ihm blind folgen, deren Anteil am Wissen gering ist, sowie jene, die sich von seinem Ruf und seiner Bekanntheit täuschen lassen.

Wenn ihm jedoch nach seiner Reue noch Lebenszeit bleibt, so ist er verpflichtet, sich zu beeilen, seine Fehler aus seinen Schriften zurückzuziehen und sie öffentlich bekannt zu machen, so wie er zuvor die Irreführungen öffentlich gemacht hat.

Dieses Vorgehen gilt als eine lobenswerte Eigenschaft und nicht als ein Makel. Man wird ihm dies nicht vorwerfen, vielmehr wird er dafür gelobt und anerkennend erwähnt, da er zur Wahrheit zurückgekehrt ist, nachdem sie ihm klar geworden ist.

Und Allah erbarme sich des Scheichs ‘Abdul-‘Azīz ibn Bāz, als er ‘Abdur-Raḥmān ‘Abdul-Chāliq, der bei der Dscham’iyyat (Iḥyā) at-Turāth in Kuwait ist, widerlegte, indem er seine Fehler darlegte, in die er gefallen war, als er gegen die edlen Gelehrten von Nadschd, die Imame der Da’wah, sprach und über sie schlechte Worte äußerte.

So widerlegte ihn Scheich ‘Abdul-‘Azīz ibn Bāz (V) in einer Zeitung, erläuterte ihm seine Fehler und sagte zu ihm: „Es ist für dich verpflichtend, dich davon loszusagen und deine Rückkehr von diesen Worten in den saudischen und kuwaitischen Zeitungen zu veröffentlichen. Vielmehr ist es notwendig, dass du ein eigenes Schreiben verfasst, in dem du deine Fehler darlegst, damit die Menschen vor dem Übel bewahrt bleiben.“

So ist es, denn Imām ‘Abdul-‘Azīz ibn Bāz gehört zu den Imamen des Wissens, die erkennen, dass Bücher, die Neuerungen enthalten und unter den Menschen verbreitet werden sowie in aufeinanderfolgenden Auflagen gedruckt werden, den Menschen schaden und ihnen nicht nützen.

Sie setzen sich durch die Generationen fort und bleiben über Jahrhundert um Jahrhundert unter den Menschen bestehen, außer bei dem, den Allah bewahrt und schützt, weil er das Buch und die Sunnah bewahrt, sich an sie klammert in Aqīdah, Gesetzgebung, Charakter, Benehmen und Verhalten, bis ihn die Gewissheit (Tod) von seinem Herrn erreicht.

Quelle: At-Ta’līq al-Matīn ‘alā Aṣl as-Sunnah wa-I’tiqād ad-Dīn, S. 190–191