Inhaltsverzeichnis:
- Einleitung & Anlass der Veröffentlichung
- Seine Vorgehensweise im Umgang mit Fiten
- Notwendigkeit für diese Klarstellung
- Behauptung 1: Die Beschränkung auf eine begrenzte Anzahl von Gelehrten, zu denen man in Fitan zurückkehrt, wobei andere Großgelehrte bewusst ausgeschlossen werden.
- Die Kriegserklärung gegen einen der großen Gelehrten durch einige Schweizer Studenten
- Behauptung 2: Scheich al-Fauzān habe die al-Ichwān al-Muslimūn gelobt
- Behauptung 3:Behauptung 3: Scheich ‘Abdul ‘Azīz Āl asch-Scheich habe Sayyid Quṭb gelobt
- Behauptung 4: Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān und Scheich Ṣāliḥ al-Luḥaidān seien beide der Ansicht, dass al-Dscharḥ wat-Ta’dīl heute nicht mehr existiere.
- Behauptung 5: Imām Ibn Bāz hat die Dschamā’ah at-Tablīgh gelobt
- Behauptung 6: Die Gelehrten sprechen nicht öffentlich über Personen und Angelegenheiten, da sie vor Gericht gebracht werden können.
- Seine fehlende Einsicht und sein Ausweichen durch den Aufruf zum Taḥākum
- Schlusswort: Ein alarmierendes und gefährliches Muster und unser Aufruf
Einleitung & Hintergrund der Veröffentlichung
Im Frühsommer des vergangenen Jahres 2025 veröffentlichte Halit Can Peker, ein Mitglied und Lehrer der “Tasisalilm[1]”-Plattform, eine Audioaufnahme in deutscher Sprache auf YouTube, die auch auf anderen Plattformen verbreitet wurde, mit dem Titel: „Audioaufnahme: DEUTSCH! Eine wichtige Naṣīḥah bezüglich den Geschehnissen in England“[2], in der er schwerwiegende und irreführende Fehler beging.
Wir hatten ihm ausreichend Zeit gegeben, seine Angelegenheiten zu berichtigen, nachdem wir ihn öffentlich ermahnt hatten, ohne ihn namentlich zu erwähnen, sowie anschließend privat über eine dritte Person (obwohl dies unserseits nicht erforderlich gewesen wäre). Doch er beharrte auf seinen Fehlern und zeigte sich darin hartnäckig. Er zeigte weder Reue noch das Bedürfnis nach einer Klarstellung. Vielmehr wurden wir mit noch seltsameren Verhaltensweisen und Grundsätzen konfrontiert, auf die wir später, so Allāh will, eingehen werden.
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[1] Es ist bedauerlich, dass wir es mit einer Gruppe junger und unerfahrener Absolventen zu tun haben, die nicht nur ein kostenloses Stipendium in Saudi-Arabien erhielten (d. h. dass ihre Studienkosten von Saudi-Arabien übernommen wurden), sondern darüber hinaus über einen Zeitraum von mindestens sechs Jahren ein monatliches Stipendium, vergünstigte Mahlzeiten, jährlich kostenlose Rückflugtickets in ihr Heimatland und sogar kostenlose Unterkunft erhielten, um anschließend in ihre Länder zurückzukehren und ihre hauptsächlichen Daʼwah Aktivitäten zu monetarisieren.
Dies soll nicht bedeuten, dass es unzulässig ist, derartige kostenpflichtige Aktivitäten zu betreiben. Es ist jedoch höchst unangemessen, dies zu einem hauptsächlichen Einsatz in der Daʼwah zu machen, und es gehört nicht zu dem, was uns von den Gelehrten weitergegeben wurde. Diese Art der Monetarisierung der Daʼwah haben wir im Westen vielmehr zunächst bei den Gegnern der Sunnah beobachtet, wie etwa beim Al-Maghrib Institute usw.
Der Rat unserer großen Gelehrten an Absolventen, wenn sie in ihre Länder zurückkehren, bestand stets darin, den Muslimen Nutzen zu bringen und keine Hindernisse zu schaffen. Ebenso sollen sie ihren Rizq auf anderen erlaubten Weisen suchen und die Daʼwah nicht zu ihrer hauptsächlichen Einkommensquelle machen.
Darüber hinaus sehen wir, dass Personen vor den Leuten (insbesondere Salafis) gestellt werden, um zu lehren, die erst seit kurzer Zeit die Salafi Daʼwah entdeckt haben, nachdem sie in der Vergangenheit tief in der Takfiri-Daʼwah (LINK) involviert waren, und die weder einen gefestigten Hintergrund noch eine solide Grundlage in der Salafiyyah besitzen, um die Menschen zu unterrichten.
[2] Siehe: Vollständige Audioaufnahme
Seine Vorgehensweise im Umgang mit Fiten
Zunächst ist festzuhalten, dass dieser Bruder türkischer Herkunft ist und in der Türkei lebt. Anstatt sich um seine eigene Gemeinschaft zu kümmern, die dringend des Tauḥīd und der Sunnah bedarf, sollte er sich nicht mit derartigen Angelegenheiten beschäftigt haben, die nicht nur ihm und seinem Land fremd sind, sondern in denen ihm auch das notwendige Wissen, die Details sowie die erforderliche Kenntnis der Umstände fehlen. Tatsächlich ist er kaum in der deutschsprachigen Daʼwah tätig und hat keinerlei Präsenz oder Aktivität in der englischsprachigen Daʼwah. Umso verwunderlicher ist es daher, wenn Personen wie er offenbar glauben, sie müssten zu jeder aufkommenden Angelegenheit ihren Beitrag abgeben und dass dieser irgendein Gewicht habe.
Der Prophet (H) sagte:
{ مِنْ حُسْنِ إِسْلَامِ الْمَرْءِ تَرْكُهُ مَا لَا يَعْنِيهِ }
„Von der Vorzüglichkeit des Islams eines Menschen ist, dass er das lässt, was ihn nichts angeht.“[3]
Umso verwunderlicher ist es daher erneut, dass einer seiner ersten öffentlichen Onlineauftritte in deutscher Sprache auf seinen sozialen Medien, in Form einer Audioaufnahme, darin bestand, sich in derartige Angelegenheiten einzumischen, insbesondere wenn es sich um Angelegenheiten handelt, die andere Salafis betreffen. Und dies ist ein Muster, das wir von ihm und von denjenigen, mit denen er Plattformen teilt, bereits kennen. In Wirklichkeit sind sie es, die hastig handeln und Fitan importieren, und tatsächlich sind sie diejenigen, denen Einsicht, Übersicht und Weitsichtigkeit fehlen, während er ironischerweise einigen der großen Gelehrten genau diesen Mangel in seiner Audioaufnahme vorwirft.
Darüber hinaus hat uns erreicht, dass er derartige Angelegenheiten auch in türkischer Sprache verbreitet, obwohl er genau weiß, dass die überwältigende Mehrheit der Muslime in der Türkei weder Englisch spricht noch die beteiligten Parteien kennt, und somit überhaupt keine Erklärung bzw. Ratschlag benötigen. Diese Menschen benötigen nützliches Wissen und nicht, dass in einer Situation zusätzliches Feuer entfacht wird, so wie er behauptet, es gerade nicht zu tun.
Wir erinnern ihn und seinesgleichen an die Aussage von ‘Alī (I):
{ حَدِّثُوا النَّاسَ بما يَعْرِفُونَ أتُحِبُّونَ أنْ يُكَذَّبَ اللَّهُ ورَسولُهُ }
„Sprecht zu den Menschen über das, was sie verstehen. Wollt ihr etwa, dass Allāh und Sein Gesandter der Lüge bezichtigt werden?“[4]
Und unsere Gelehrten pflegen immer wieder zu betonen:
ليس كل ما يعلم يقال، ولكل مقام مقال
„Nicht alles, was man weiß, sollte auch gesagt werden. Und jede Situation verlangt ihre passenden Worte.“[5]
Zweitens wollte er offenbar den Helden spielen und voreilig etwas veröffentlichen, um angeblich „Klarheit“ zu schaffen, seinen Gefährten zu zeigen, dass er mit ihnen auf derselben Linie steht, und sich gewissermaßen ein anerkennendes Schulterklopfen abzuholen. So veröffentlichte er dieses regelrechte Desaster in deutscher Sprache. Doch was er durch seine Hastigkeit sowie seinen Mangel an Wissen und Weisheit verursachte, war nichts anderes als noch mehr Verwirrung. Daher gaben wir ihm den treffenden Namen ‘Adschūl Muschawwisch, ein ständig Voreiliger und Verwirrter, der andere verwirrt. Je mehr er spricht, desto mehr Voreiligkeit und Verwirrung gehen von ihm aus.
Es wurde von ‘Umar ibn al-Chaṭṭāb (I) berichtet, der sagte:
مَن كثُر كلامُه كثُر سَقَطُه ومَن كثُر سَقَطُه قلَّ حياؤه ومَن قلَّ حياؤه قلَّ ورعُه ومَن قلَّ ورعُه مات قلبُه
„Wer viel spricht, dessen Fehltritte werden zahlreich.
Und wessen Fehltritte zahlreich werden, dessen Schamhaftigkeit nimmt ab.
Und wessen Schamhaftigkeit abnimmt, dessen Gottesfurcht nimmt ab.
Und wessen Gottesfurcht abnimmt, dessen Herz stirbt.“[6]
Anschließend löschte er die Aufnahme von YouTube, offenbar in der Annahme, dass es niemand bemerkt habe, nachdem diese Aufnahme bereits eine beträchtliche Anzahl an Aufrufen erreicht hatte. Einige junge Brüder in Deutschland wandten sich daraufhin an uns und baten um Klarstellung, da in der Audioaufnahme zahlreiche Aussagen gemacht wurden, die nichts anderes als schwerwiegende Lügen gegen unsere großen Gelehrten darstellten. Er verwirrte die ahnungslosen Jugendlichen im deutschsprachigen Raum hinsichtlich wichtiger Angelegenheiten des Manhadsch. Diese Lügen mussten offengelegt und klargestellt werden. Daher übernahmen wir die Pflicht bzw. Farḍ Kifāyah, einige dieser Lügen offenzulegen und die Ehre unserer Gelehrten zu schützen.
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[3] Überliefert von at-Tirmidhī und Ibn Mādschah, und Scheich al-Albānī (V) stufte ihn als ṣaḥīḥ ein.
[5] Siehe auch: Nicht alles was du weißt, muss verbreitet werden! | Scheich Rabīʼ ibn Hādī al-Madchalī
Notwendigkeit für diese Klarstellung
Wir hatten seinen Namen bis zu diesem Zeitpunkt nicht veröffentlicht, um ihm die Möglichkeit zu geben, Reue zu zeigen und seine Aussagen zurückzunehmen. Doch er hat weder das eine noch das andere getan, sondern vielmehr darauf beharrt, selbst nachdem ihm privat Nachrichten übermittelt wurden und wir danach Nachrichten von ihm empfangen haben, aus denen deutlich wurde, dass er in seinen Aussagen offenbar nichts Problematisches sah. Stattdessen versuchte er, sich aus der Angelegenheit herauszuwinden und sich hinter einem Scheich zu verstecken. Plötzlich, wenn auch wenig überraschend, rief er zum Taḥākum zu einem Scheich zwischen uns auf, in einer Angelegenheit, die ausschließlich ihn und seine eigenen Fehler betrifft. Mehr dazu später, so Allāh will.
Jeder vernünftige Mensch sollte sich fragen: Wenn an seiner Rede nichts falsch gewesen sein soll, weshalb hat er sie dann überhaupt gelöscht und versucht, sie unter den Teppich zu kehren?
Wo ist die Klarstellung, die Allāh, der Erhabene, erwähnt:
﴿إِلَّا الَّذِينَ تَابُوا وَأَصْلَحُوا وَبَيَّنُوا فَأُولَٰئِكَ أَتُوبُ عَلَيْهِمْ وَأَنَا التَّوَّابُ الرَّحِيمُ﴾
„Außer denjenigen, die sich reuevoll zuwenden, sich bessern und klarstellen. Denen wende Ich Meine Gnade wieder zu. Denn Ich bin der gnädig Sich wieder Zuwendende, der Barmherzige.“[7]
Wir sehen uns nun gezwungen, diese Klarstellung zu veröffentlichen, damit die Salafis im deutschsprachigen Raum verstehen, dass die von dieser verwirrten Person vorgebrachten Punkte nicht nur ungültig sind, sondern auch Lügen gegen unsere gefestigten Gelehrten darstellen. Möge dieses Schreiben zugleich eine Barmherzigkeit für ihn sein, damit seine Fehler klargestellt werden und er am Tag des Gerichts nicht noch zusätzliche Sünden auf sich lädt.
Halit Can Peker أصلحه الله beginnt seine Audioaufnahme, die sich als ein regelrechtes Desaster erwies, mit den folgenden Worten:
„Dies sollte, liebe Geschwister, keine Erklärung oder ein Statement sein, um die ganzen Geschehnisse aufzuheizen.“
Wenn es keine Erklärung, kein Statement und keine wissensbasierte Widerlegung ist, was soll es dann anderes sein als leeres Gerede und der Wunsch, Teil eines Aufruhrs zu sein, der weder ihn betrifft noch die Gemeinschaft, in der er lebt oder zu der er predigt?
Wir erinnern ihn und seinesgleichen an die Aussage des Gesandten Allāhs (H):
{ مَن كَانَ يُؤْمِنُ بِاللَّهِ وَالْيَوْمِ الآخِرِ فَلْيَقُلْ خَيْرًا أَوْ لِيَصْمُت }
„Wer an Allāh und den Jüngsten Tag glaubt, der soll Gutes sprechen oder schweigen.“[8]
Allein nach dem Hören dieses einleitenden Satzes wäre es für den Zuhörer ausreichend gewesen, sein Gerät auszuschalten, den Rest der Aufnahme nicht weiter anzuhören und seine Zeit nicht damit zu verschwenden, da er keinerlei Zweck für diese Rede dargelegt hat.
Was nun folgt, ist eine Widerlegung seiner zahlreichen falschen Behauptungen in seiner berüchtigten, inzwischen gelöschten Audioaufnahme:
Behauptung 1: Die Beschränkung auf eine begrenzte Anzahl von Gelehrten, zu denen man in Fitan zurückkehrt, wobei andere Großgelehrte bewusst ausgeschlossen werden
Halit Can Peker sagt:
„Das ist auch der Grund, warum Scheich Rabī’ und Scheich ‘Ubaid al-Dschābirī gesagt haben, dass man bei solchen Situationen der Fitnah zum Beispiel zu Scheich ‘Abdullah al-Buchārī und Scheich ‘Arafāt gehen soll. Warum haben diese Gelehrten Scheich ‘Abdullah al-Buchārī empfohlen und Scheich ‘Arafāt und nicht zum Beispiel Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān oder Scheich ‘Abdul ‘Azīz Āl asch-Scheich?”
Wir fordern diesen Muschawwisch heraus, uns eine Aussage von Scheich Rabī’ (V) oder Scheich ‘Ubaid (V) vorzulegen, in der sie die Angelegenheiten von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl ausschließlich auf ein oder zwei Personen beschränkt und bestimmte Individuen zu alleinigen Bezugspunkten gemacht haben. Vielmehr wird aus ihren Schriften und Aussagen deutlich, dass sie tatsächlich entschieden gegen diese Methodik waren, ein bösartiger und verdrehter Manhadsch, der von ‘Alī al-Ḥalabī und al-Ma’ribī eingeführt wurde, nämlich die Menschen darauf zu beschränken, in allen Angelegenheiten nur zu einer begrenzten Anzahl von Gelehrten als Bezugspunkte zurückzukehren. Wir fordern ihn ebenso heraus, uns eine Aussage von Scheich Rabī’ oder Scheich ‘Ubaid vorzulegen, in der sie erklärt hätten, dass Angelegenheiten von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl nicht zu Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān oder zum früheren Mufti ‘Abdul ‘Azīz Āl asch-Scheich (V) gebracht werden sollen, was er mit seinen eigenen Worten direkt impliziert.
Um diesen Punkt weiter zu verdeutlichen: Bei den vielen Gelegenheiten, bei denen Allāh es uns ermöglichte, Scheich Rabī’ (V) in seinem Haus in Madinah zu besuchen, erinnere ich (Khidr) mich an eine bestimmte Begebenheit im Jahr 2018. Der Scheich erkundigte sich nach mir und nach einem weiteren Bruder, der aus Riad angereist war, wobei er nichts als Liebe für die Studenten zeigte. Als ich den Scheich fragte, zu welchen Gelehrten wir in Riad zurückkehren sollten, antwortete er unmittelbar: Scheich al-Fauzān und der Mufti (‘Abdul ‘Azīz Āl asch-Scheich). Ein weiterer Bruder fügte ein und fragte: „Was ist mit Scheich Ṣāliḥ al-Luḥaidān?“ Der Scheich antwortete: „Er ist der Beste unter ihnen.“ Anschließend bat er uns, diesen Maschāyich seinen Salām zu übermitteln, was wir schließlich nach unserer Rückkehr nach Riad auch taten.
So ist es äußerst ironisch, dass es genau diese Maschāyich sind, die Scheich Rabī’ uns gegenüber erwähnte, deren Integrität dieser Bruder Halit, möge Allāh ihn rechtleiten, anzugreifen beschlossen hat.
Um auf diesen Zweifel zu antworten, hatten wir den folgenden Artikel[9] veröffentlicht:
Scheich Rabī’ (V) wurde gefragt:
„Ist es erlaubt, dass wir (nur) einen bestimmten Salafi Gelehrten, der unsere Probleme kennt, als Bezugsperson für uns festlegen, um Streitigkeiten in Fragen des Manhadsch in unserem Zentrum zu lösen – speziell so, dass keine Täuschung bei den an ihn gerichteten Fragen geschieht?“
Antwort:
„Das ist Spaltung, und darin liegt Taḥazzub. Es gibt Menschen, die Taḥazzub für die Leute von asch-Schām zeigen, und Menschen, die Taḥazzub für die Leute von al-Ḥidschāz und Riad zeigen, und Menschen, die Taḥazzub für die Leute des Jemen zeigen – das ist Spaltung. Und heute zeigt man Taḥazzub für diesen und jenen – das ist Spaltung und Taḥazzub.
Vielmehr sollt ihr alle Gelehrte zusammen in Erwägung ziehen – im al-Ḥidschāz, in Nadschd, in asch-Schām, im Jemen und anderswo – sie alle sind eure Brüder, eure Väter, eure Freunde und diejenigen, die euch lieben.
Diese Unterscheidung und Spaltung (ausschließlich bestimmte Gelehrte als Bezugspunkt zu nehmen) – wir kannten sie früher nicht. Es sind in diesen Tagen solche Versuche aufgekommen, nur bestimmte Gelehrte zur Lösung von Problemen zu bestimmen, und dies ist zurückzuweisen – möge Allāh euch segnen.
Solche Neigungen stammen ursprünglich aus Amerika: Jede Gruppe will einen bestimmten Scheich für sich beanspruchen – das ist Taḥazzub.
Betrachtet euch weltweit als eine einzige Gemeinde, und betrachtet alle Gelehrten der Welt als Brüder. Lasst diese Neigungen und spaltenden Tendenzen, möge Allāh euch segnen. Unter den Gelehrten gibt es solche, die nachsichtig sind, solche, die streng sind, und solche mit gemäßigter Haltung. Wenn du dich nur an einen Strengen hältst und dich ausschließlich ihm anpasst, bringt er dich vom Weg ab. Wenn du dich nur an einen Nachsichtigen hältst und dich ausschließlich ihm anpasst, bringt er dich ebenfalls vom Weg ab.
Daher, mein Bruder: Nimm von mehreren Quellen – sie alle sind auf demselben Manhadsch. Und profitiere von diesem und jenem (d.h. von verschiedenen Gelehrten). Möge Allāh euch segnen.
Ich rate euch: Habt Taqwa gegenüber Allāh. Ich spüre aus diesen Fragen Dinge heraus, die mir Sorgen bereiten. So fürchtet Allāh, o Brüder. Ich betone diesen Ratschlag: Seid aufrichtig gegenüber Allāh!
Ihr lebt im Land der Ghurbah (wo Muslime die Minderheit sind) – entfacht keinen Streit und Fitnah unter euch! Sonst repräsentiert ihr den Islam auf die schlechteste Weise und schreckt die Menschen vom Islam ab. Wollt ihr etwa Gruppen, die vom Weg abgekommen sind, und die Allāh durch euch rechtleiten könnte, abschrecken? Wollt ihr die ursprünglichen Nichtmuslime – leider – durch diese Streitereien und Auseinandersetzungen abschrecken?
So habt Eintracht untereinander, liebt euch gegenseitig um Allāhs Willen, lasst den Fanatismus für diesen oder jenen, und zieht die bekannten Salafi-Gelehrten in Erwägung, die für ihr Verständnis und ihre Standhaftigkeit im Manhadsch bekannt sind – betrachtet sie alle als eure Gelehrten und Brüder. Nehmt sie alle als eure Bezugspersonen.
Möge Allāh euch segnen, möge Allāh eure Schritte festigen und uns und euch vor den Fitan bewahren – den offenen wie den verborgenen. Gewiss, unser Herr ist der Allhörende des Bittgebets.“[10]
Dies war auch die Position von Scheich ‘Ubaid al-Dschābirī (V). Wer mit der Geschichte der Salafi Da’wah in England vertraut ist, weiß, dass es niemand anderes als Abul-Ḥassan al-Ma’ribī war, der versuchte, die Salafis in England an zwei Scheichs zu binden, sodass die Salafis alle ihre Angelegenheiten der Meinungsverschiedenheiten an diese zurückverweisen sollten. Sowohl Scheich Rabī’ als auch Scheich ‘Ubaid haben diesen Vertrag der Ḥizbiyyah entschieden widerlegt.
Allāh befiehlt uns, zum Kitāb und zur Sunnah zurückzukehren, wenn wir uneinig sind, und uns nicht an den einen oder anderen Scheich zu binden:
﴿فَإِن تَنَازَعْتُمْ فِي شَيْءٍ فَرُدُّوهُ إِلَى اللَّهِ وَالرَّسُولِ إِن كُنتُمْ تُؤْمِنُونَ بِاللَّهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ ذَٰلِكَ خَيْرٌ وَأَحْسَنُ تَأْوِيلًا﴾
„Und wenn ihr über etwas streitet, so bringt es vor Allāh und den Gesandten, wenn ihr an Allāh glaubt und an den Jüngsten Tag. Das ist das Beste und nimmt am ehesten einen guten Ausgang.“[11]
Noch erstaunlicher und zugleich hinterlistig ist es zu sehen, wie einige von ihnen sogar die Worte von Scheich ‘Ubaid aus einer Telelink Sitzung verdreht haben, die er im August 2021 mit al-Maktabah as-Salafiyyah (SPUBS) in Birmingham hielt. Am Ende seines Vortrags empfahl er eine Reihe von Personen, an einer zukünftigen Konferenz teilzunehmen. Doch manche nahmen seine Worte, rissen sie aus ihrem Zusammenhang und stellten es so dar, als würde der Scheich darauf hinweisen, dass man in allen Angelegenheiten der Meinungsverschiedenheit zwischen den Salafis nach ihm zu genau (und nur) zu diesen Personen zurückkehren müsse. Dabei hat der Scheich dies weder gesagt noch darauf angedeutet. Selbst der damalige Live-Übersetzer ins Englische übersetzte seine Worte als eine Empfehlung im Zusammenhang mit einer Konferenz, bestimmte Personen einzuladen.
Was Scheich Rabī’ angeht, so ist es auch bekannt, dass er selbst den Titel „Fahnenträger von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl“ zurückgewiesen hat und sich lediglich als Kritiker bezeichnete, aus Bescheidenheit. Gleichzeitig ist die Beschreibung Scheich al-Albānīs, der ihn, als diesen „Fahnenträger“ bezeichnete, ein zeitgebundenes Lob seiner enormen Anstrengungen in diesem Fachgebiet, nicht aber ein Ausschluss anderer Gelehrter.
Kritik und Lob sind kein exklusives Monopol einzelner Personen. Vielmehr sind sie Aufgabe jeder kompetenten, wissenden, gerechten und aufrichtigen Person, sei es in Bezug auf Einzelpersonen oder Gruppierungen. Eine Einschränkung auf eine oder zwei Personen ist dem Manhadsch der Salaf fremd.
Auch wenn Scheich Rabī’ und Scheich ‘Ubaid zu bestimmten Zeiten konkrete Namen nannten, war niemals beabsichtigt, sich ausschließlich und dauerhaft auf diese zu beschränken. Wer dies behauptet, widerspricht den Manhadsch dieser zwei Gelehrten. Scheich Rabī’ selbst hat mehrfach davor gewarnt und betont, dass man zu den Gelehrten der Ahlus-Sunnah in allen Ländern zurückkehrt, wie zuvor erwähnt.
Ein Fragender könnte einwenden: „Als Scheich Rabī’ und Scheich ‘Ubaid noch lebten, habt ihr euch doch ausschließlich an diese beiden gewandt. Worin besteht also heute der Unterschied?“
Die Antwort darauf ist eindeutig: Diese Fragestellung beruht auf einer falschen Annahme. Es entspricht nicht der Realität, dass die Salafīs ihre Angelegenheiten jemals ausschließlich auf diese beiden Gelehrten beschränkt hätten. Vielmehr wurden Fragen stets an mehrere Gelehrte der Ahlus-Sunnah herangetragen, sowohl in Angelegenheiten von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl als auch in anderen Bereichen. Dies ist für jeden ersichtlich, der die Schriften liest, die Stellungnahmen verfolgt und die Geschichte kennt.
Um nur eines von vielen Beispielen im Kontext der deutschen Salafi Da’wah zu nennen: Im Jahr 2014 führten wir eine Telelink Sitzung mit Scheich Ḥassan Ibn ‘Abdil-Wahhāb al-Bannāh (V) durch, gefolgt von einer Frage & Antwort Runde, in der wir ihn ausdrücklich zu Angelegenheiten von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl befragten, einschließlich der Frage nach Neuerern, die in Deutschland propagiert wurden, wie Fatḥī ‘Īd und Muḥammad Ismā’īl al-Muqaddam. Wie kann also behauptet werden, dass wir uns nur auf einen bestimmten Scheich beschränken würden, wenn wir alle Gelehrten von Ahlus-Sunnah konsultiert haben und weiterhin konsultieren. |
Da dieser Zweifel von einigen Blindfolgern aktiv verbreitet wurde, wurde am 06.01.2026 die folgende Frage an die Person gerichtet, an die sie (unter anderem) versuchen, die Salafis in all ihren Angelegenheiten uneingeschränkt zu binden:
Frage:
„as-salāmu ‘alaikum wa-raḥmatullāhi wa-barakātuh
aḥsanallāhu ilaikum
O Scheich ‘Abdullah, wir respektieren und schätzen euch und profitieren von eurem Wissen. Dennoch liegt mir eine Angelegenheit am Herzen, die ich gerne von euch klären lassen möchte.
Es ist nämlich auf den Zungen vieler Menschen verbreitet worden, sowohl unter den Scheichs als auch unter den Studenten des Wissens, in verschiedenen Ländern, dass man in Angelegenheiten der Meinungsverschiedenheiten zwischen den Salafis nur auf Scheich ‘Abdullah oder auf Scheich ‘Arafāt zurückgreifen solle. Meiner Ansicht nach liegt darin eine gewisse Übertreibung, insbesondere da diese Aussage weit verbreitet ist und sich stark ausgebreitet hat. Nach dem, was uns erreicht hat, haben wir von euch keine Klarstellung oder Zurückweisung in dieser Angelegenheit gehört, obwohl diese Aussage in großem Umfang verbreitet wird. Daher wollte ich fragen: Was ist eure Ansicht dazu, und wie beurteilt ihr diese Angelegenheit?“
Scheich ‘Abdullah al-Buchārī:
„wa ‘alaikum as-salām wa raḥmatullāhi wa barakātuh
ḥayyākallāh
Es ist nicht zwingend der Fall, dass jede Aussage, die verbreitet wird, mich erreicht oder mir bekannt wird. Ebenso ist es nicht notwendig, dass ich auf jedes Gerücht oder Ähnliches antworte.
Zumal sich Ähnliches wie das, was du erwähnt hast, auch über unseren Scheich Rabī’ und ‘Ubaid, möge Allāh sich ihrer erbarmen, wiederholt hat, und sie dem keinerlei Beachtung schenkten. Auch ich schenke dem keine Beachtung.
Und sei dir bewusst, dass ich vor etwa zwei Monaten in Qubā einen Vortrag über die Stellung der Gelehrten und die Notwendigkeit, zu ihnen zurückzukehren, gehalten habe. Dieser genügt als Widerlegung dieser Behauptung und anderer ähnlicher Aussagen.“[12]
Wie kann es also sein, dass sie von den Salafis wollen, dass sie ihre Angelegenheiten auf ein oder zwei Personen beschränken, während zumindest einer von ihnen dieses falsche Konzept selbst zurückweist?
Zusammenfassend zu diesem Zweifel erklären wir eindeutig, dass der Salafi Manhadsch stets darin bestand, uns nicht auf einen bestimmten Scheich zu beschränken. Vielmehr sind alle Gelehrten Gelehrte, zu denen wir zurückkehren und von denen wir profitieren, insbesondere die großen Gelehrten.
Halit Can Peker impliziert außerdem in seiner Aussage, dass unsere Gelehrten in Angelegenheiten von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl nicht zu Scheich al-Fauzān oder zum früheren Mufti (V) zurückkehren würden. Hier ist anzumerken, dass diese Behauptung nicht bloß ein Versprecher ist. Vielmehr hat uns erreicht, dass er bei anderen Gelegenheiten viele ähnliche Aussagen getätigt hat, was darauf hinweist, dass er von dieser Ansicht tatsächlich überzeugt ist.
Hinzu kommt, dass einer seiner engen Gefährten, namens Semir Veliu (al-Makedonī), der ebenfalls als ein Lehrer an der Tasisalilm-Plattform tätig ist, öffentlich behauptete, dass Scheich al-Fauzān nicht zu den Gelehrten von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl gehöre, eine Aussage, die er später zurücknehmen musste.
Semir Veliu, eine emotional geladene und haltlose Person, dessen Zunge stets damit beschäftigt ist, Salafi Studenten und Gelehrte[13] anzugreifen und vor ihnen zu warnen, sagte:
„Bei allem Respekt, aber von Scheich al-Fauzān wird nicht gesagt, er sei einer der Gelehrten von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl, und Scheich al-Fauzān und der Mufti Saudi Arabiens (‘Abdul-‘Azīz Āl asch-Scheich) befassen sich nicht mit diesem Thema.“
Auch wenn er diese erste Aussage, alḥamdulillāh, später zurückgenommen hat, muss man sich ernsthaft fragen, weshalb sie alle mit derselben Zunge sprechen. Dies kann kaum ein bloßer Versprecher gewesen sein, sondern vielmehr eine Überzeugung, die sie in ihren Herzen getragen haben.
Wo ist aber seine Taubah und seine Richtigstellung bezüglich der Behauptung, die er gegen den früheren Mufti aufgestellt hat? Wie kann er behaupten, dass der Mufti sich nicht mit al-Dscharḥ wat-Ta’dīl beschäftigt, wo er doch das Oberhaupt des Gremiums der großen Gelehrten in Saudi-Arabien war und folglich in die Behandlung bedeutender Angelegenheiten eingebunden war, die die Ummah sowohl lokal als auch global betreffen?
Vielmehr wird, wie noch folgen wird, seine Kategorisierung von Studenten und Gelehrten gleichermaßen als bedeutungslos erachtet, und niemand sollte seinen emotional aufgeladenen und haltlosen Aussagen Beachtung schenken, da sie nicht auf Beweisen beruhen, sondern vielmehr auf Gelüsten.
Zur Widerlegung dieses Zweifels, dass Scheich al-Fauzān nicht zu den Gelehrten von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl gehöre (wohlwissend, dass manche andere diesen Zweifel immer noch in ihren Herzen tragen), sagen wir zu seiner Verteidigung:
Diese Aussage ist falsch, trägt weitreichende problematische Implikationen in sich und sät Zweifel sowie Misstrauen gegenüber diesem edlen Gelehrten und steht im klaren Widerspruch zur etablierten wissenschaftlichen Erkenntnis sowie zu den umfangreichen Werken Scheich Ṣāliḥ al-Fauzāns.
Zunächst ist festzuhalten, dass Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān zu den bedeutendsten Gelehrten unserer Zeit gehört. Aufgrund seines Wissens, seiner langjährigen Lehrtätigkeit und seines anerkannten Status innerhalb der Ummah ist es keineswegs überraschend, dass er als neuer Mufti Saudi Arabiens, nach dem Tod von Scheich ‘Abdul-‘Azīz Āl asch-Scheich, ernannt wurde, möge Allāh sich seiner erbarmen.
Jeder, der seine Bücher liest oder seine Vorträge verfolgt, weiß, dass Scheich al-Fauzān sich kontinuierlich mit Fragen des Manhadsch befasst und dabei sowohl Einzelpersonen als auch Gruppierungen wissenschaftlich widerlegt.
Seine Bemühungen im Bereich al-Dscharḥ (Kritik)
Scheich al-Fauzān hat in zahlreichen Werken und Stellungnahmen explizit Kritik geübt, namentlich und inhaltlich, was eindeutig unter al-Dscharḥ fällt. Dazu gehören unter anderem:
- Seine bekannte Widerlegung von Yūsuf al-Qaraḍāwī und dessen Buch al-Ḥalāl wal-Ḥarām in seinem Werk al-I’lām bi-Naqd Kitāb al-Ḥalāl wal-Ḥarām
- Namentliche Widerlegungen von al-Būṭī in seinen Schriften
- Klare Kritik an ‘Alī al-Dschifrī
- Sein Buch al-Bayān fī Achṭā’ ba’ḍ al-Kuttāb, in dem er die Fehler verschiedener Autoren der islamischen Welt darlegt und korrigiert.
- Seine korrekte Einstufung von Ḥātim al-‘Aunī als Mudschrim (Verbrecher) aufgrund seiner Angriffe auf die Da’wah von Muḥammad ibn ‘Abdil-Wahhāb.
- Seine Einstufung von ‘Abdullāh al-Muṭlaq als Ichwānī
- Sein Werk al-Adschwibah al-Mufīdah, in dem er ausführlich Fragen des Manhadsch behandelt und ausdrücklich vor Gruppierungen wie der Dschamā’ah at-Tablīgh, den Ichwān al-Muslimīn sowie modernen Chāridschi-Strömungen und ihren Ablegern warnt
- Seine Vorworte zu Büchern großer Gelehrter, etwa zu Scheich Aḥmad an-Nadschmī’s Werk al-Maurid al-‘Adhb, in den Personen wie ‘Ā’iḍ al-Qarnī unter anderem namentlich widerlegt werden
- Sein Vorwort zu Scheich Rabī’s Buch Manhadsch al-Anbiyā’ fī ad-Da’wah ilā Allāh, dass sich grundlegend mit der korrekten Methodik im Aufruf der Wahrheit und des Warnens vor Falschheit befasst
Diese Aufzählung ließe sich problemlos erweitern. Doch bereits diese Beispiele genügen, um festzustellen, dass Scheich al-Fauzān sich eindeutig und kontinuierlich mit al-Dscharḥ befasst.
Ebenso klar sind seine Bemühungen im Bereich at-Ta’dīl (Lob). Scheich al-Fauzān ist bekannt dafür, zeitgenössische Gelehrte sowohl aus der Vergangenheit als auch aus der Gegenwart zu loben und zu bestätigen. Dazu gehören unter anderem Scheich Rabī’ ibn Hādī, Scheich Muḥammad Amān al-Dschāmī, Scheich al-Albānī, Scheich Aḥmad an-Nadschmī sowie weitere Gelehrte der Ahlus-Sunnah.
Somit übt Scheich al-Fauzān nicht nur detaillierten Dscharḥ aus, sondern auch fundiertes Ta’dīl, was zusammen den Kern dieses Fachgebiets ausmacht.
Nach alledem stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie kann man dann überhaupt behaupten, Scheich al-Fauzān gehöre nicht zu den Gelehrten von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl oder befasse sich nicht mit diesem Thema, obwohl seine Werke das Gegenteil belegen?
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[9] Es ist anzumerken, dass die Veröffentlichung der Übersetzung dieses Artikels auf islamfatwa.net erfolgte, nachdem ein Jugendlicher aus Deutschland auf uns zukam und fragte, ob es tatsächlich zutreffe, dass die Salafis all ihre Angelegenheiten ausschließlich an einer Person zurückverweisen sollten, nachdem er wahrscheinlich sich die Zweifel dieses Muschawwisch aus seiner berüchtigten Aufnahme angehört hatte. Wir antworteten dem Jugendlichen, so wie auch Scheich Rabī’ antwortete, als ihm diese Frage gestellt wurde, dass dies Taḥazzub ist. Es ist ein äußerst trauriger und bedauerlicher Zustand zu sehen, dass dies das ist, worauf die Salafi Jugend in Deutschland herangezogen wird, eine Jugend, die eigentlich die Grundlagen der Salafiyyah lernen müsste.
[10] Quelle: Datum der Aufnahme: 18 Schawwāl 1421 (13.01.2001), islamfatwa.net
[12] Quelle, Datum: 06.01.2026
[13] Siehe Sektion: Die Kriegserklärung gegen einen der großen Gelehrten durch einige Schweizer Studenten
Die Kriegserklärung gegen einen der großen Gelehrten durch einige Schweizer Studenten
Nicht nur wurden Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān und der Mufti von dieser übereilten und emotional aufgeladenen Person namens Semir belogen, vielmehr verschonte er auch Scheich ‘Alī Nāṣir Faqīhī nicht, einen bekannten und gefestigten Gelehrten in Madinah, von dem wir bei unseren zahlreichen Aufenthalten in Madinah erheblich profitiert haben.
Hier ist nur ein solches Zeugnis von Rasūl Gençer (Absolvent der Islamischen Universität Madinahs):
Meine Erfahrung mit Semir Veliu
Im Jahre 2024, vom 03.05. – 05.05., wurde in der Taquiddin al-Hilalī Moschee in Köln, ein Seminar, seitens Semir Veliu und Abdulaziz as-Suisri gehalten. Ich (Rasūl Gençer) ging mit einigen Brüdern aus meiner Stadt zu diesem Seminar, um die Brüderlichkeit zwischen uns zu stärken.
Während des Seminars wurde mir von zwei Brüdern berichtet, dass Semir und Abdulaziz einige korrupte Dinge über meine Person und anderen Salafi Studenten geäußert haben, was durch einen Unparteiischen ebenfalls bestätigt wurde. Diese wollte ich unbedingt mit Semir und Abdulaziz besprechen. Nach dem Maghrib-Gebet bat ich Semir, mit mir in einen separaten Raum zu kommen, um ihn mit den über mich gemachten Aussagen zu konfrontieren und diese zu klären.
Auf diese Bitte ging er ein und wir versammelten uns in dem Raum vorerst zu fünft: Semir, ich, Sameer Butt und die zwei Brüder, die mir die korrupten Dinge weiterleiteten. Währenddessen lief der letzte Unterricht des Seminars durch Abdulaziz, wonach er sich der Sitzung anschließen würde.
Es war ein sehr hitziges Gespräch, worin Semir Wörter verloren hat, die einen Salafī zum Entsetzen bringen. Meine Person wurde durch mehrere Schwindel angegriffen. Unter anderem wurde behauptet, dass ich bei den Gelehrten nicht gesehen worden sei, was eine Lüge ist, die diese Personen gerne gegenüber Salafīs verwenden, gegen die sie keine Argumente finden.
Als ich nun mich damit verteidigte, die Gelehrten aufzulisten, bei denen ich saß, fiel der Name des ehrenwerten Großgelehrten ʿAlī bin Nāṣir Faqīhī. Als Semir Veliu diesen Namen hörte, fragte er mich (sinngemäß): „Wieso saßt du überhaupt bei Ihm, wer hat ihn gelobt.“
Hierauf erwiderte ich sinngemäß, dass dieser Schaych ein bekannter Gelehrter ist, der seit über 20-30 Jahren in der Prophetenmoschee unterrichtet und eng mit Schaych Rabīʿ ist. Jedoch wiederholte Semir seine Worte, dass kein Gelehrter ihn loben würde. Ich wurde dafür kritisiert bei einem großen Berg an Wissen, einem Großgelehrten wie, ʿAlī bin Nāṣir Faqīhī gesessen zu haben, zusätzlich dafür, dass ich bis vor kurzem „die Tür von Schaych ʿArafāt nicht gekannt“ haben sollte, was ebenfalls ein Schwindel ist. Man muss das Mal auf der Zunge zergehen lassen: Man wird für die Anwesenheit bei einem Großgelehrten kritisiert, dessen Wert diese Leute nicht erfassen konnten, wobei sie einen weiterhin für die Abwesenheit bei jemanden kritisieren, der nicht von den Großgelehrten gilt. Mit welchem Maßstab richtet man hier? Wobei dies ebenfalls gelogen ist, denn Schaych ʿArafāt würde selbst genügend bestätigen können, wie oft ich bei ihm zu Hause war und an anderen Sitzungen teilnahm.
Als der Schaych (ʿAlī bin Nāṣir Faqīhī) dann am 20.08.2024 verstarb, genau dreieinhalb Monate nach den desaströsen Worten von Semir, postete Schaych ʿAbdullāh al-Buchārī sein Beileid für diesen geehrten Schaych, mit den Worten: „Heute ist unser Schaych, der GROßGELEHRTE, der Erzieher und Verteidiger der Religion Allāhs, ʿAlī bin Nāṣir al-Faqīhī verstorben.“ Dieser Beitrag von Schaych ʿAbdullāh al-Buchārī wurde von Alben (Abdurrahman) al-Albānī, auf seinem Telegramkanal übersetzt und gepostet (siehe Screenshot).
Was ist nun geschehen, ist der Schaych innerhalb der dreieinhalb Monate zum Großgelehrten geworden oder kannte man die Stellung dieser prächtigen Persönlichkeit nicht?
Geschrieben von Rasūl Gençer
Datum: 21.03.2026
Der zweite Zeuge dieser Sitzung war Sameer Butt, der folgende Anmerkungen hinzufügte:
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen
Ich war mit Resul Gencer bei einer Sitzung mit Semir Al-Makedoni und Abdul-Aziz Al-Suisri. In dieser Sitzung wurden einige Thematiken bezüglich dem Manhaj angesprochen, kritisiert und verteidigt. In diesem Gespräch wurde Resul Gencer die Frage gestellt, bei welchen Gelehrten er saß und lernte.
Resul zählte die Gelehrten auf, unter ihnen auch Shaykh ʿAlī Nāṣir Faqīhī. Als Semir Al-Makedoni den Namen des Shaykhs hörte, fragte er, wieso er überhaupt bei diesem Shaykh gesessen hat. Er fragte ebenso, welche der großen Gelehrten ihn (Shaykh ʿAlī Nāṣir Faqīhī) gelobt hätten.
Aus dem Gespräch vor der Frage ging es einher, dass der Fragesteller Semir Al-Makedoni diese Frage als Herabstufung des Gelehrten Shaykh ʿAlī Nāṣir Faqīhī stellte, denn seine Mimik und allgemeine Körpersprache veränderte sich, wenn es um Shaykh Arafat ging und wenn es um Shaykh ʿAlī Nāṣir Faqīhī ging. Dies wurde durch sein Grinsen offensichtlich, wenn es um den Shaykh ʿAlī Nāṣir Faqīhī ging, welches dem Grinsen ähnelt, wenn eine Sache nicht ernst genommen wird.
Weiterhin hat Semir Al-Makedoni den Status des Shaykh ʿAlī Nāṣir Faqīhī herabgestuft in dem er meinte, dass der Shaykh Unterrichte für Anfänger hielt.
Alleine durch die Prämisse der Sitzung und den anschließenden Aussagen, wie: „Du saßt bei ʿAlī Nāṣir Faqīhī“, oder „Welche der großen Gelehrten haben ihn gelobt?“ zeigt, dass sie diesem Gelehrten keinerlei Respekt oder Status geben.
Geschrieben von Sameer Butt
Datum: 21.03.2026
Dies sind nur zwei von vielen Zeugnissen. Es hat uns zudem von Studenten an der Umm al-Qurā Universität in Makkah, die ursprünglich aus England stammen, erreicht, dass sie von einigen dieser Personen aus der Schweiz aktiv davor gewarnt wurden, sich zu Scheich ‘Alī Nāṣir Faqīhī zu setzen und von diesem Berg an Wissen zu profitieren.
So wollen wir nun die unziemlichen Fragen dieses Störenfrieds beantworten: Wer ist Scheich ‘Alī Nāṣir Faqīhī und „wieso saß du überhaupt bei Ihm, wer hat ihn gelobt?“
Er war ein großer Salafi Gelehrter, der den Qur’ān und die Sunnah sowie deren Anhänger liebte. Er gehörte zu den ersten Absolventen von Madinah, zusammen mit Scheich Rabī’, als die Universität erstmals eröffnet wurde. Ein Verteidiger der korrekten islamischen ‘Aqīdah, und Scheich Rabī’ liebte ihn und er liebte Scheich Rabī’. Scheich Rabī’ pflegte dazu anzuraten, von seinen Unterrichten zu profitieren, und ehrte Scheich ‘Alī Nāṣir bei mehr als einer Gelegenheit damit, Einleitungen[14] zu seinen Büchern zu verfassen. Es genügt zudem als Hinweis auf seine Stellung, dass weitere bedeutende zeitgenössische Großgelehrte wie Scheich al-Fauzān sowie das Gremium der Großgelehrten Einleitungen zu seinen Büchern verfasst und diese empfohlen haben. Darüber hinaus ist bekannt, dass Scheich Ḥammād al-Anṣārī (V) seine Schriften sehr lobte. In Wirklichkeit sind es die Werke (seine Aussagen und Handlungen) des Gelehrten, die als Tazkiyyah für ihn gelten und ausreichen.
Scheich ‘Alī Nāṣir Faqīhī (V) selbst sagt über seine Beziehung zu Scheich Rabī’ (V):
„Und diese brüderliche Gefährtschaft im Streben nach Wissen dauerte an der Fakultät für Scharia vier Jahre. Was Scheich Rabīʼ betrifft, so war die Reise mit ihm länger. Wir sind im Jahr 1376 n. H. (1957 n. Chr.) dem wissenschaftlichen Institut in Ṣāmiṭah beigetreten. Er ist am Samstag beigetreten, und ich bin am Sonntag beigetreten. Und diese Gefährtschaft besteht nach dem Studium bis zu unserem heutigen Tag weiterhin fort. Wir bitten Allah, dass Er sie (Gefährtschaft) mit Gutem abschließt, so wie Er sie begonnen hat.“[15]
Diese törichte Person fragt in spöttischer Weise: „Wer hat Scheich ‘Alī überhaupt gelobt?“ – wir sagen: Wer lobt ihn überhaupt? Welcher große Gelehrte hat dazu geraten, Wissen von ihm und seinesgleichen zu nehmen? Wer ist ihm vorausgegangen im Warnen vor Scheich ‘Alī Nāṣir? Kommt das von ihm selbst, oder steht jemand hinter ihm? Nenne uns die Namen derjenigen, die gegen die Salafis und ihre Gelehrten hetzen, und sei mutig, damit wir die Angelegenheit dessen untersuchen können, der ihm diese satanischen Einflüsterungen eingibt.
Diese Person besitzt die Dreistigkeit, den Scheich dafür anzugreifen, dass er „lediglich Unterricht für Anfänger halte“. Erstens war er ein Rabbānī-Gelehrter, was bedeutet, dass er den Menschen zunächst die grundlegenden Kenntnisse vermittelte, bevor er zu den umfangreicheren und vertieften Themen überging. Zweitens ist der Scheich weitaus kundiger darin, zu beurteilen, was gelehrt werden sollte und was die anwesenden Studenten tatsächlich benötigten. Denn genau dies kennen wir von den Großgelehrten: dass sie dieselben Bücher immer wieder durchgingen und wiederholten, ungeachtet dessen, wie „langweilig“ dies für eine derart verwirrte Person erscheinen mochte.
Wir erinnern an die Aussage, die die Gelehrten häufig wiederholen:
لُحُومُ الْعُلَمَاءِ مَسْمُومَةٌ
„Das Fleisch der Gelehrten ist vergiftet.“
Das bedeutet, dass das üble Nachreden über die Gelehrten und das unbegründete Warnen vor ihnen eine weitaus schwerwiegendere Auswirkung hat als das üble Nachreden über gewöhnliche Menschen. Denn dadurch wird nicht nur die Ehre der Gelehrten verletzt, sondern zugleich wird versucht die Religion zu schädigen, da sie die Übermittler und Bewahrer des Wissens sind. Wer sich daran gewöhnt, gegen sie zu sprechen und vor ihnen zu warnen, setzt sich selbst großer Gefahr aus, denn dies führt letztlich zu seinem eigenen Verderben. Es ist, als würde er von ihrem „vergifteten Fleisch“ essen – und wer davon isst, wird daran zugrunde gehen.
Kehren wir nun zu den Aussagen von Halit Can Peker zurück, möge Allāh ihn rechtleiten. Nachdem er den Rahmen gesetzt hat, indem er im Grunde denselben Zweifel wie sein Freund wiederholt hat, den wir bereits ausführlich klargestellt haben, nutzt er dies als Sprungbrett, um unsere großen Gelehrten anzugreifen. Dabei versucht er zu zeigen, dass ihre angeblichen „Fehler“, die er als große Fehltritte und Irrtümer darstellt, dazu führen müssten, dass die Salafis in Angelegenheiten von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl nicht mehr zu diesen Bergen des Wissens zurückkehren sollten.
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[14] Siehe: offizielle Webseite von Scheich Rabī’
Behauptung 2: Scheich al-Fauzān habe die al-Ichwān al-Muslimūn gelobt
Halit Can Peker sagt:
„Einmal hat Scheich Ṣaliḥ al-Fauzān die Ichwānul-Muslimīn gelobt und hat sie als Ahlus-Sunnah bezeichnet. Die Audio vom Scheich, wie er sie lobt, könnt ihr in YouTube finden. Wer sind die Ichwānul-Muslimīn? Heute eine der schlimmsten Gruppen, die dem Islam großen Schaden zufügt. Scheich Ṣaliḥ al-Fauzān - Ihm wurde später mitgeteilt, als er einen Fehler begangen hat und er trat von seiner Meinung zurück.”
Was ist der Zweck, dies vor dem Allgemeinvolk der Salafis zu erwähnen, außer den Rang von Scheich al-Fauzān herabzusetzen und ihn so darzustellen, als sei er jemand, der die Realität solcher Gruppen nicht kenne? Wir alle kennen die Position von Scheich al-Fauzān, wenn es um die Ichwān al-Muslimūn geht, und es genügt uns, seine Position anzuführen:
Frage: „Möge Allāh euch Gutes gewähren. Auf Internetseiten hat sich eine Fatwa von euch verbreitet, in der gesagt wird, dass die Gruppe der Muslimbrüder zu Ahlus-Sunnah wal-Dschamā’ah gehöre. Ist das richtig?”
Scheich Ṣaliḥ al-Fauzān antwortete: „Ich habe darauf bereits geantwortet, aber sie akzeptieren nicht, was gegen sie ist. Ich habe damals darauf geantwortet und gesagt: Ich distanziere mich vom Manhadsch der Muslimbrüderschaft. Und ich habe ihr Manhadsch in derselben Antwort dargelegt (bzw. widerlegt), aber sie veröffentlichen nicht das, was gegen sie ist.”[16]
Vor mehr als 14 Jahren wurde eine Audioaufnahme verbreitet, in der Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān, möge Allāh ihn beschützen, einen Versprecher hatte. Diesen hat er umgehend selbst korrigiert, wie aus seiner eigenen Klarstellung in seiner Handschrift hervorgeht.
Versprecher können jedem von uns passieren, auch unseren Gelehrten. So geschah es auch bei Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān, der sich versprach (sabq al-lisān) und damit nicht das beabsichtigte, was später von manchen verbreitet wurde. Nachdem er darauf hingewiesen wurde, stellte er dies klar und korrigierte es, um die Angelegenheit richtigzustellen.
Im Gegensatz dazu hat Halit ironischerweise mehrere gravierende Fehler bewusst gemacht und weigert sich dennoch, diese richtigzustellen. Wer also folgt hier tatsächlich den Fußspuren unserer Gelehrten – und wer nicht?
Was war also der Sinn dahinter, den Eindruck zu erwecken, Scheich al-Fauzān sei über diese fehlgeleitete Gruppe unwissend gewesen? Der Scheich schreibt selbst:
„Alles Lob gebührt Allāh, dem Herrn der Welten. Und Allāh möge unserem Propheten Muḥammad Heil und Lob schenken, sowie seiner Familie und seinen Gefährten.
Meine Ansicht über die al-Ichwān al-Muslimīn ist, dass sie Ḥizbiyyūn sind, die danach streben, zur Macht zu gelangen, und sich nicht um den Aufruf zur Korrektur der ‘Aqīdah kümmern. Ebenso unterscheiden sie unter ihren Anhängern nicht zwischen dem Sunni und dem Neuerer.
Und was in der mündlichen, von mir aufgezeichneten Rede vorkam, so war dies ein Versprecher, der meine Ansicht über sie in keiner Weise verändert.
Geschrieben von
Ṣāliḥ b. Fauzān al-Fauzān
26/05/1433”
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[16] Siehe: Audioaufnahme
Behauptung 3: Scheich ‘Abdul ‘Azīz Āl asch-Scheich habe Sayyid Quṭb gelobt
Halit Can Peker sagt:
„Scheich ‘Abdul ‘Azīz Āl asch-Scheich, der derzeitige Mufti von Saudi Arabien ist unser großer Gelehrter der Ahlus-Sunnah. Aber leider hat auch er einen großen Fehler begangen, indem er Sayyid Quṭb und seinen Tafsīr Fī dhilāl al-Qur’ān lobte. Die Audio des Scheichs ist auch auf YouTube zu finden. Wer ist Sayyid Quṭb? Sayyid Quṭb war einer der Chawāridsch, der alle muslimischen Führer zu Ungläubigen erklärte und sagte, dass es kein einziges islamisches Land auf der Erde existiert.”
Wir fragen: Hat der frühere Mufti Sayyid Quṭb tatsächlich „gelobt“, obwohl er weiß, dass dieser heute zu den Köpfen der Chawāridsch gezählt wird? Oder was wird durch eine solche Darstellung angedeutet? Ebenso ist festzuhalten, dass diese Art von Rhetorik nichts Neues ist. Vielmehr bedienten sich bereits die Hizbiyūn früher solcher Argumentationsweisen und verzerrten sogar die Aussagen von Scheich al-Albānī und Scheich al-Fauzān hinsichtlich Sayyid Quṭb, indem sie behaupteten, sie haben ihn gelobt, während sie deren Widerlegungen gegen ihn außer Acht ließen.
Vielmehr ist bekannt, dass der Mufti, als er zu einigen Aussagen von Sayyid Quṭb befragt wurde, dessen verwerfliche Aussagen in Bezug auf den edlen Ṣaḥābī Mu’āwiyah ibn Abī Sufyān scharf widerlegte.[17]
Wir erinnern ihn an die Aussage von Ibn Taymiyyah (V):
„Und es steht niemandem zu, den Fehltritten der Gelehrten zu folgen. Ebenso steht es ihm nicht zu, über die Leute des Wissens und des Glaubens anders zu sprechen als in einer Weise, die ihnen gebührt. Denn Allāh, der Erhabene, hat den Gläubigen ihre Fehler vergeben, wie Er sagte:
﴿رَبَّنَا لَا تُؤَاخِذْنَا إِن نَّسِينَا أَوْ أَخْطَأْنَا﴾
„Unser Herr, belange uns nicht, wenn wir vergessen oder Fehler begehen.“[18]
Allāh sagte: „Ich habe es getan.“ Und Er befahl uns, dem zu folgen, was zu uns von unserem Herrn herabgesandt wurde, und nicht außer Ihm andere zu Schutzherren zu nehmen. Und Er befahl uns, keinem Geschöpf im Ungehorsam gegenüber dem Schöpfer zu gehorchen. Und wir bitten um Vergebung für unsere Brüder, die uns im Glauben vorausgegangen sind, indem wir sagen:
﴿رَبَّنَا اغْفِرْ لَنَا وَلِإِخْوَانِنَا الَّذِينَ سَبَقُونَا بِالْإِيمَانِ﴾
„Unser Herr, vergib uns und unseren Brüdern, die uns im Glauben vorausgegangen sind.“[19] [20]
Wenn man zwischen den Zeilen liest, wirkt es so, als würde Halit auch andeuten, dass jeder Gelehrte von Ahlus-Sunnah eine Person oder eine Gruppe widerlegen müsse, um überhaupt als Gelehrter von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl angesehen zu werden, zu dem man zurückkehren kann. Doch nicht jeder ‘Ālim von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl ist verpflichtet, jeden Neuerer und jede neu eingeführte Sekte auf dieser Dunja zu kennen, und wie viele es von ihnen gibt!
Während sie den Qur’ān und die Sunnah im Detail sowie das, was ihnen grundsätzlich im Detail widerspricht, kennen, mögen sie eventuell nicht jeden Neuerer namentlich in jedem Land kennen. Genau deshalb wird es problematisch, die Angelegenheiten von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl auf bestimmte Personen in einem bestimmten Land zu beschränken.
Wenn ein ‘Ālim über eine bestimmte fehlgeleitete Person oder eine neu eingeführte Sekte mit Beweisen und klaren Nachweisen spricht, wird seine Kritik akzeptiert. Und wenn weitere Gelehrte darüber sprechen, stärkt dies lediglich die Wahrhaftigkeit dieser Kritik, auch wenn dies keine Voraussetzung für ihre Annahme ist.
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[17] Siehe: Audioaufnahme
Behauptung 4: Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān und Scheich Ṣāliḥ al-Luḥaidān seien beide der Ansicht, dass al-Dscharḥ wat-Ta’dīl heute nicht mehr existiere.
Halit Can Peker sagt:
„Sogar sagte einmal Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān und Scheich Sāliḥ al-Luḥaidān, das al-Dscharḥ wat-Ta’dīl (das Kritisieren und das Loben), heute nicht mehr existiert, dass das zu Zeiten der Muḥaddithūn existierte und heute nicht mehr. Das ist ein großer Fehler. Genau mit dieser Aussage dieser Gelehrten kommen die Hizbis der Ahlul-Bid’ah.”
Wenn dies keine Lüge und falsche Anschuldigung gegen diese beiden großen Gelehrten ist, dann wissen wir nicht, was es sonst sein soll!
Es ist wichtig, die Aussagen von Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān und Scheich Ṣāliḥ al-Luḥaidān im richtigen Kontext zu verstehen. Wenn Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān auf Fragen zum Thema al-Dscharḥ wat-Ta’dīl antwortet, bezieht er sich – wie aus dem Zusammenhang deutlich wird – auf diese Wissenschaft im technischen Sinne der Ḥadīth-Wissenschaft, so wie sie von den frühen Muḥaddithūn praktiziert wurde. Diese Disziplin war insbesondere auf die Überprüfung und Bewertung der Überlieferer ausgerichtet und diente der Bewahrung der Sunnah. In diesem technischen und geschichtlichen Sinn endete al-Dscharḥ wat-Ta’dīl mit der schriftlichen und systematischen Sammlung der Sunnah.
Was jedoch fortgeführt wurde und bis heute weiter besteht, ist die Zurückweisung der Widersprechenden (egal unter welchem Namen: ar-Radd ‘ala al-Muchālif oder al-Dscharḥ wat-Ta’dīl). Das Prinzip, Irrtümer und abweichende Aussagen zu entlarven und zu widerlegen, ist Bestandteil des Schutzes der Religion und bleibt weiterhin gültig – wie es der Scheich selbst mit seinen Worten und Taten bezeugt. Zudem gibt es ein Phänomen, bei dem sich einige Personen unter dem Vorwand von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl anmaßend verhalten und andere ohne Wissen angreifen, dabei handelt es sich nicht um fundierte Kritik, sondern vielmehr um Missbrauch, Beleidigung und Verleumdung. Scheich al-Fauzān hat in manchen seiner Aussagen auf dieses Fehlverhalten hingewiesen und es deutlich abgelehnt.
Seine Ablehnung richtet sich also gegen diese falsche Anwendung unter dem Vorwand von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl und nicht gegen al-Dscharḥ wat-Ta’dīl an sich. Im Gegenteil, der Scheich sieht darin ein Teilgebiet der Zurückweisung des Widersprechenden (ar-Radd ‘ala al-Muchālif). Widerlegungen müssen auf Wissen basieren, und Scheich al-Fauzān selbst hat zahlreiche Personen namentlich zurückgewiesen, wie etwa al-Qaraḍāwī und viele andere, wie bereits vorher erwähnt. Der Scheich hat sich also selbst mit fundierter Kritik (Dscharḥ) beschäftigt, und seine Methodik in dieser Angelegenheit steht im Einklang mit dem Weg der Salaf.
Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān wurde gefragt:
„Es ist bekannt, dass die Wissenschaft des al-Dscharḥ wat-Ta’dīl eine ehrenvolle Disziplin ist, deren Träger von Allāh dazu bestimmt wurden, die Verfälschungen derjenigen aufzudecken, die die Wahrheit entstellen, und die Fehlinterpretationen der Unwissenden zu erläutern.
Dennoch ist zu beobachten, dass eine Gruppe von jungen Studenten des Wissens sich an den Aufstieg eines solchen schweren Berges gewagt hat und über Aufrufer und Persönlichkeiten gesprochen hat.
Daraus sind Fitan entstanden, das Übel hat sich unter den Jugendlichen verbreitet und der Fanatismus ist aufs Neue zurückgekehrt, als Folge dessen dass sie sich auf ein Wissen eingelassen haben, das ausschließlich dessen Leuten vorbehalten ist.
Wir erhoffen einen Ratschlag zu dieser Angelegenheit.“
Er antwortete:
„Dies unterteilt sich in zwei Kategorien: Die erste Kategorie ist, dass der al-Dscharḥ wat-Ta’dīl sich auf Menschen bezieht, die bereits gestorben sind und mit denen es vorbei ist.
Diese, al-ḥamdulillāh, für sie reichen die Bücher der Gelehrten zur Darstellung von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl völlig aus. Wir greifen darauf zurück und erkennen dadurch die Überlieferer, über diejenigen, an denen Kritik geübt wurde, sowie über diejenigen, die Lob erhalten haben.
Aber ich erlaube es einem Anfänger unter den Studenten des Wissens nicht, in die Wissenschaft des al-Dscharḥ wat-Ta’dīl einzusteigen und direkt mit dem Lesen der Bücher von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl zu beginnen.
Ich rate ihm vielmehr, zunächst die Wissenschaft von Muṣṭalaḥ al-Ḥadīth zu erlernen und dieses Wissen bei seinen Leuten zu nehmen.
Danach kann er sich den Büchern des al-Dscharḥ wat-Ta’dīl zuwenden, denn dann besitzt er die Qualifikation, darin Einsicht zu nehmen.
Doch wenn jemand keine Qualifikation besitzt und auch nichts studiert hat, vielmehr besteht sein ganzes Wissen darin, dass er sich Bücher des al-Dscharḥ wat-Ta’dīl nimmt, darin liest und dann sagt: „Fulan ist so“ und „Fulan ist so“, dann ist das gefährlich.
Und genau das ist die Art, die wir euch bereits genannt haben: Scheinwissen oder das bloße Vertrauen auf Bücher ohne methodische Grundlagen.
Wenn jedoch der Zweck sich auf zeitgenössische Personen bezieht, also al-Dscharḥ wat-Ta’dīl an gegenwärtig lebenden Menschen, so spricht über diese ihre Taten. Ihre Taten, Aussagen und Schriften sprechen über sie.
Wenn ihre Taten, Aussagen und Bücher korrekt sind, so ist es nicht erlaubt, sie zu kritisieren.
Wenn sich jedoch in ihren Taten und Aussagen etwas an Fehler findet, so ist dieser Fehler klarzustellen. Der Fehler soll klargestellt werden, und das Ziel ist nicht die Person selbst, sondern das Ziel ist es, den Fehler aufzuzeigen, damit die Menschen nicht durch ihn getäuscht werden.
Und das Ziel ist nicht, die Person zu verletzen oder herabzuwürdigen. Vielmehr ist das Ziel, die Wahrheit klarzustellen und den Fehler vom Richtigen zu unterscheiden.
Und das wird der Person nicht schaden, im Gegenteil, es kann ihr sogar nützen.
Vielleicht wird er dadurch aufmerksam und kehrt von seinem Fehler zurück, insbesondere wenn das Gespräch mit ihm selbst zuerst erfolgt. Das kann ihm Nutzen bringen und ihn zur Wahrheit zurückführen.
Oder man schreibt einen Brief und schickt ihn ihm zu. Vielleicht ist das der Grund für seine Rechtleitung und seine Rückkehr zur Wahrheit, falls er die Wahrheit wirklich will. Wenn er aber die Wahrheit nicht will, dann ist das eine andere Angelegenheit.“[21]
Es ist wichtig zu betonen, dass auch über Scheich Ṣāliḥ al-Luhaidān (V) von dem voreiligen Verwirrer, dem ‘Adschūl Muschawwisch Halit Can Peker, falsche Behauptungen verbreitet wurden. Dabei war Scheich Ṣāliḥ al-Luhaidān, genau wie Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān, ein großer Gelehrter, der al-Dscharḥ wat-Ta’dīl sowohl in seinem speziellen Sinn innerhalb der Ḥadīth-Wissenschaft als auch in dem allgemeineren Sinn, wie wir ihn heute verwenden, bestätigte.
Der Scheich selbst war ein angesehener Richter im Königreich Saudi-Arabien und hatte mit dieser Thematik täglich zu tun, wie er selbst in seiner folgenden Antwort deutlich macht. Er bestätigt, dass auch heute diese Angelegenheit bestehen bleibt. Beispielsweise wird man nach einer Person gefragt, der man in religiösen Angelegenheiten folgen möchte oder die man heiraten möchte. In solchen Fällen ist es verpflichtend für denjenigen, der über den Zustand dieser Person etwas weiß, die Wahrheit offenzulegen, entweder indem er Lob äußert, um zu empfehlen, oder Kritik äußert, um davor zu warnen. Wörtlich sagt der Scheich in diesem Zusammenhang:
Die Kritik (al-Dscharḥ) besteht fort, und auch das Lob (at-Ta’dīl) besteht fort.
Der Scheich nennt als weiteres Beispiel auch Gerichtsverfahren, bei denen über die Glaubwürdigkeit von Zeugen geurteilt wird. Wenn Zweifel bestehen, wird Kritik verlangt, um das Zeugnis entweder anzunehmen oder zurückzuweisen. All dies zeigt, dass al-Dscharḥ wat-Ta’dīl keineswegs beendet ist, sondern weiterhin eine notwendige und legitime Disziplin bleibt, basierend auf Wissen, Gerechtigkeit und Verantwortung.
Scheich Ṣāliḥ al-Luhaidān (V) wurde gefragt:
„Oh Scheich, wenn wir ein Blick in die Bücher der rechtschaffenen Salaf, möge Allāh mit ihnen zufrieden sein, werfen, stellen wir fest, dass sie sehr darauf bedacht waren, die Reihen zu reinigen.
So pflegten die Studenten die Imame über bestimmte Männer zu befragen, woraufhin die Imame über diese Männer entweder mit Kritik oder Lob sprachen. Doch in unserer heutigen Zeit scheint diese Angelegenheit nahezu verschwunden zu sein. Bedeutet das, dass die Zeit von al-Dscharḥ wat-Ta’dīl vorbei ist?“
Er antwortete:
„Diese Angelegenheit ist nicht verschwunden. Wenn die Menschen nämlich über eine bestimmte Person fragen, natürlich deshalb, weil sie ihr folgen und sich an ihr orientieren wollen, dann ist es für denjenigen, der über seinen Zustand etwas weiß, das dazu aufruft, ihm nicht zu folgen, verpflichtend, dies offenzulegen.
Zur Zeit der Salaf, in den Tagen des al-Dscharḥ wat-Ta’dīl, wurde das Wissen noch aus den Mündern der Männer überliefert. Daher waren sie damit beschäftigt, die Kritik an den Männern darzulegen, damit von ihnen nichts überliefert wird, was dem Gesandten Allāhs (H) nicht zuzuschreiben ist oder was fälschlich jemandem von den Salaf zugeschrieben wird.
In unserer heutigen Zeit hingegen sind, und alles Lob gebührt Allāh, die Bücher bewahrt und die Sunnah ist niedergeschrieben.
Die Unterscheidung zwischen dem, was dem Propheten (H) fälschlich zugeschrieben wurde und was tatsächlich überliefert ist, ist mittlerweile bekannt und offenkundig.
Es verbleibt somit die Angelegenheit, den Zustand jener Personen zu klären, denen gefolgt wird, mit denen man Umgang pflegen will oder mit denen man eine Heirat beabsichtigt und ähnliches.
Wer also über eine solche Person befragt wird, dem obliegt es, die Wahrheit darzulegen. Wenn er weiß, dass die Menschen sich nach dieser Person richten, ihr folgen und mit ihr gemeinsam gehen werden, dann ist es verpflichtend, ihnen ihren Zustand klarzumachen, damit sie nicht von ihr getäuscht werden.
Die Kritik (al-Dscharḥ) besteht also fort, und auch das Lob (at-Ta’dīl) besteht fort, jedoch entsprechend dem Maß der Notwendigkeit.
Wisst ihr denn nicht alle, dass, wenn Zeugen vor einem Richter aussagen, so wird verlangt, dass andere sie lobend beurteilen?
Und wenn sie nicht gelobt werden, sondern jemand Kritik anbringt, dann wird diese Kritik angefordert, bis entweder das Zeugnis angenommen oder zurückgewiesen wird.“[22]
Erstaunlich ist, dass Halit Can Peker seine Anschuldigung mit den folgenden Worten beendet:
„Das ist ein großer Fehler. Genau mit dieser Aussage dieser Gelehrten kommen die Ḥizbīs der Ahlul-Bid’ah.“
Wer ist er, dass er den großen Gelehrten einen derart „großen Fehler“ zuschreibt, während ihm selbst das grundlegende Verständnis dieser Angelegenheiten fehlt? Noch besorgniserregender ist, dass er behauptet, die Ḥizbis der Ahlul-Bid’ah würden ihre Aussagen als Beleg anführen, als wolle er andeuten, unsere Gelehrten seien töricht und würden törichte Aussagen machen, die anschließend von den Leuten der Neuerung als Munition verwendet werden. Wie gering ist doch sein Ansehen gegenüber unseren Gelehrten!
Vielmehr ist es diese verwirrte Person selbst, die diesen Zweifel so verstanden hat, wie ihn die Ḥizbīs verstanden haben. Dies liegt an seinem mangelhaften Verständnis der Worte unserer Gelehrten, weshalb er sie ebenso wie die Ḥizbīs versteht und auch auf deren Weise verwendet. Man könnte meinen, dass ein wahrhaftiger Salafi Student des Wissens in diesen Angelegenheiten und Zweifeln gefestigt wäre, doch dies scheint bei ihm und seinesgleichen nicht der Fall zu sein.
Ihnen fehlt dieses Unterscheidungsmerkmal, um die Worte der Gelehrten korrekt zu verstehen. Wie kann man ihnen also in Angelegenheiten des Manhadsch folgen, geschweige denn im Dīn allgemein, wenn sie selbst nicht einmal die Worte der Gelehrten richtig verstehen?
Behauptung 5: Imām Ibn Bāz hat die Dschamā’ah at-Tablīgh gelobt
Halit Can Peker sagt:
„Unser großer Gelehrter der Ahlus-Sunnah Scheich ‘Abdul-‘Azīz ibn Bāz () hat einmal die Dschamā’ah at-Tablīgh gelobt. Wer sind die Dschamā’ah at-Tablīgh? Eine irregeleitete Gruppe, die Sufis sind, die jeder kennt.”
Was diese Aussage impliziert, ist, dass Imām Ibn Bāz (V) eine Dschamā’ah gelobt haben soll, wohlwissend, dass sie eine irregeleitete Sufi-Gruppe ist. Wir bitten Allāh um Sicherheit! Was für eine gewaltige Lüge gegen diesen Imām (V)! Halit hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, auf die späteren Aussagen des Scheichs hinzuweisen, in denen er dieselbe Dschamā’ah noch vor seinem Tod klar widerlegt und vor ihr gewarnt hat.
Es gibt keine einzige Klarstellung oder Differenzierung in der zitierten Aussage, aus der hervorginge, dass der Scheich zu einem späteren Zeitpunkt eine andere Haltung eingenommen hat. Diese unterlassene Aufklärung führt zu einer Verzerrung seiner Position, und das auf Kosten eines der größten Imāme unserer Zeit.
Seine Aussage ist eine direkte Anschuldigung gegen Imām Ibn Bāz, da er damit dessen Glaubwürdigkeit infrage stellt, indem er behauptet, dass offenbar „jeder diese irregeleitete Sufi-Gruppe kennt“, außer Imām Ibn Bāz selbst, wie aus seinen eigenen Worten hervorgeht. Ist dies nicht eine Herabwürdigung unserer Gelehrten?!
In Wahrheit basierte die damalige Aussage des Scheichs auf dem, was der Fragesteller ihm an Informationen übermittelte, und nicht auf einer umfassenden Analyse der Realität dieser Gruppe. Der Scheich handelte also nicht aus Unwissen oder Nachlässigkeit, sondern aus ḥusn adh-dhann und aufgrund dessen, was ihm zur Verfügung stand.
Wie kann man eine solch pauschale Aussage über einen Imām wie Ibn Bāz (V) vor der Allgemeinheit der Menschen verbreiten, ohne auch nur ansatzweise Klarheit zu schaffen? Wer dies tut, sät Misstrauen gegenüber den großen Gelehrten und legt den Grundstein für Hass gegen jene, die als Leuchttürme der Wahrheit in dieser Zeit gelten.
In diesem Zusammenhang ist es unsere kollektive Pflicht (Farḍ Kifāyah), solche bösartigen Verdrehungen nicht unbeantwortet zu lassen und den ehrenwerten Imām gegen falsche Darstellungen zu verteidigen. Deshalb wollen wir im Folgenden – so Allāh will – die Worte und Klarstellungen von Scheich Rabī’ ibn Hādī al-Madchalī (V) zu diesem Thema anführen, der mehrfach und mit deutlicher Sprache die Haltung von Imām Ibn Bāz zur Dschamā’ah at-Tablīgh erläutert hat:
Scheich Rabī’ ibn Hādī al-Madchalī (V) sagte[23]:
„Ja, seine Stellung gegenüber der Dschamā’ah at-Tablīgh ist bekannt. Er war freundlich zu ihnen, er beriet sie und empfahl, ihnen mit Nachsicht zu begegnen. Und vielleicht ging er im guten Umgang mit ihnen weiter, als du es erwähnt hast.
Doch sie haben nicht von diesem vornehmen Verhalten und den edlen Charaktereigenschaften profitiert. Vielmehr haben sie ihn getäuscht und behauptet, dass sie die Salafi Da’wah verbreiten.“
Er sagt weiter:
„Und aus bestimmten Gründen und Zusammenhängen erkannte Ibn Bāz die Hinterlist dieser Gruppe und war sich der Verdorbenheit ihrer ‘Aqīdah und ihrer Methodik sicher. So erließ er eine Reihe von Fatāwā, in denen er ihre Glaubensgrundlagen darlegte und davor warnte, mit ihnen hinauszugehen, außer für einen Gelehrten, der in der Lage ist, sie von ihrem Irrweg zur Rechtleitung zu führen. Und hier sind einige seiner Fatāwā aus den letzten Tagen seines Lebens.“
Der Scheich zitiert dann zwei Fatāwā des Scheichs:
Frage: „Wir hören, ehrenwerter Scheich, von der Dschamā’ah at-Tablīgh und von dem, was sie an Da’wah betreiben. Ratet Ihr mir dazu, mich dieser Gruppe anzuschließen? Ich bitte um Eure Weisung und euren Ratschlag. Möge Allāh Euch reichlich belohnen.“
Imam Ibn Bāz antwortete:
„Jeder, der zu Allāh einlädt, ist ein Übermittler der Botschaft.
{ بلِّغوا عنِّي ولو آيةً }
„Übermittelt von mir, auch wenn es nur ein Vers ist.“
Aber die bekannte indische Dschamā’ah at-Tablīgh – bei ihnen gibt es Aberglaube, sie haben einige Neuerungen und Schirk. Es ist nicht erlaubt, mit ihnen hinauszugehen, außer ein Mensch mit Wissen, der hinausgeht, um sie zu tadeln und sie zu lehren.
Wenn jedoch jemand mit ihnen hinausgeht, um ihnen zu folgen: Nein! Denn bei ihnen gibt es Aberglauben, und bei ihnen gibt es Irrtümer, und sie leiden unter einem Mangel an Wissen.
Wenn aber eine andere Gruppe von Dschamā’ah at-Tablīgh aus einsichtigen, wissenden Leuten besteht, dann kann man mit ihnen für die Da’wah zu Allāh hinausgehen.
Oder ein Mensch mit Wissen und Einsicht geht mit ihnen hinaus, um sie aufzuklären, zu tadeln, zu belehren und zum Guten zu führen, bis sie die falsche Glaubensrichtung verlassen und sich dem Weg der Ahlus-Sunnah wal- Dschamā’ah anschließen.“
Scheich Rabī’ (V) kommentiert auf die vorherige Aufnahme:
„So sollen die Dschamā’ah at-Tablīgh und jene, die mit ihnen sympathisieren, von dieser Fatwā profitieren, welche auf ihrer tatsächlichen Realität basiert – auf ihrer ‘Aqīdah, ihrer Methodik und den Schriften ihrer Imame, denen sie blind folgen. [...]
Diese Fatwā wurde in Ṭā’if etwa zwei Jahre vor dem Tod des Scheichs ausgesprochen. Darin widerlegte er die Irreführungen der Dschamā’ah at-Tablīgh mit älteren Aussagen von sich selbst, die er getroffen hatte, bevor ihm die wahre Realität ihres Zustandes und ihrer Methodik deutlich wurde.“
Imām Ibn Bāz wurde auch gefragt:
„Im Ḥadīth des Propheten (H) über die Spaltung der Ummah, sagte er:
{ ستفترق أمتي على ثلاث وسبعين فرقة، كلها في النار إلا واحدة }
„Meine Ummah wird sich in 73 Gruppen spalten – alle werden ins Höllenfeuer eingehen, außer einer.“
Gehören die Dschamā’ah at-Tablīgh mit dem, was sie an Schirk-Handlungen und Neuerungen aufweisen, und die Dschamā’ah al-Ichwān al-Muslimūn mit dem, was sie an Parteilichkeit und dem Lossagen vom Gehorsam gegenüber den Herrschern praktizieren, zu den zerstörten Gruppen?“
Er antwortete:
„Sie gehören zu den 72. Und wer der ‘Aqīdah der Ahlus-Sunnah widerspricht, gehört zu den 72.
Mit der Aussage „meine Ummah“ ist die Ummah al-Ids̱chābah gemeint, also jene, die dem Propheten (H) geantwortet und sich zu seiner Gefolgschaft bekannt haben.
Die Ummah wird sich in 73 Gruppen spalten. Eine davon ist die Gerettete, die Rechtschaffene, die dem Propheten (H) gefolgt ist und auf seiner Religion standhaft geblieben ist. Und 72 Gruppen, unter ihnen gibt es Ungläubige, Frevler und Neuerer. Es sind verschiedene Kategorien.“
Fragender: „Das heißt, diese beiden Gruppen gehören zu den 72?“
Imām Ibn Bāz: […] „Ja, sie gehören zu den 72.“[24]
Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān wurde darüber hinaus die folgende Frage gestellt:
Frage:
„Es wird von einigen der Aufrufer gesagt, dass seine Eminenz, Scheich Ibn Bāz (V), verstorben sei und bis zu seinem Tod die Dschamā’ah at-Tablīgh und die Ichwānul-Muslimīn lobte und zu ihnen aufrief. Ist diese Aussage richtig?“
Antwort:
„Diese Aussage ist nicht korrekt. Wir haben über mehr als zehn Jahre hinweg mit ihm zusammengesessen, und wir haben ihn niemals jemanden loben hören außer Ahlus-Sunnah wal-Dschamāʼah. Er rief zu Ahlus-Sunnah wal-Dschamāʼah auf und riet denjenigen aus anderen Gruppierungen, die Fehler begangen haben, dass sie von ihrem Fehler zurückkehren sollen, von den Tablīghīs und anderen. Dies ist es, was wir über unseren Scheich, Scheich Ibn Bāz (V), wissen.“[25]
Erwähnenswert ist auch, dass die Tablīghīs bis heute die alten, später aufgehobenen Aussagen von Imām Ibn Bāz zu ihren Gunsten verwenden und nicht erwähnen, was dieser Imām gegen Ende seines Lebens über sie sagte. Ebenso bedient sich Halit in dieser Hinsicht derselben Vorgehensweise wie die Tablīghīs. Dies ist ein klarer Beleg für mangelnde akademische Integrität und Allāh ist es, bei dem Hilfe gesucht wird.
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[23] Kaschf Zeif at-Taṣawwuf wa Bayān Ḥaqīqatihi, Seite 36
[24] Siehe: Audioaufnahme
[25] Siehe: Audioaufnahme
Behauptung 6: Die Gelehrten sprechen nicht öffentlich über Personen und Angelegenheiten, da sie vor Gericht gebracht werden können.
Halit Can Peker sagt:
„Danach wurde gefragt, warum die Gelehrten wie Scheich ‘Abdullah al-Buchārī nicht öffentlich über diese Angelegenheit in England gesprochen haben. Ihr müsst wissen, dass man öffentlich nicht redet, weil jemand kommen könnte und Scheich ‘Abdullah al-Buchārī in Saudi Arabien verklagen könnte. Scheich ‘Abdullah al-Buchārī hat schon mehrmals über Personen und deren Fehler gesprochen, nicht öffentlich, sondern in seinen Privatsitzungen. Manchmal ist es wegen Maṣlaḥat so, dass die Gelehrten im Verborgenen reden und warnen - im Verborgen.”
Diese Aussage würde den Zuhörer zwangsläufig zu einem von zwei Schlussfolgerungen führen:
- Erstens: dass behauptet wird, Gelehrte würden sich davor fürchten, öffentlich über Personen zu sprechen, aus Angst vor einer gerichtlichen Verfolgung. Indem man eine solche Behauptung aufstellt, unterstellt man den Gelehrten zugleich eine Form von bereits angenommener Schuld und nicht Unschuld. Warum sonst sollte jemand ein Gerichtsverfahren fürchten? Eine derartige Rede pflanzt Zweifel und Misstrauen in die Herzen der Zuhörer gegenüber den Gelehrten, da damit angedeutet wird, dass sie aus Angst vor persönlichen Konsequenzen die Wahrheit nicht offen aussprechen würden. Warum sollten sie eine gerichtliche Verfolgung fürchten, wenn sie doch die Wahrheit sprechen?
- Dies führt uns zum zweiten Punkt: Dass man glauben würde, die islamischen Gerichte Saudi Arabiens seien ungerecht und die Gelehrten aufgrund möglicher Strafverfolgung nur im Privaten sprechen und nicht öffentlich.
Was Halit Can Peker über die Person aussagen möchte, zu der er zum Taḥākum aufruft und an die er die Salafis uneingeschränkt binden will, lässt nur zwei Möglichkeiten zu: Entweder lügt er, oder er sagt die Wahrheit, in welchem Fall einer der beiden zuvor genannten Punkte zutreffen würde.
Vielmehr wissen wir von den Gelehrten von Ahlus-Sunnah, dass sie den Tadel der Tadler nicht fürchten. Sie benennen die Leute der Neuerung und ihre Anführer offen und stellen sie bloß. Wenn sie sprechen, sprechen sie mit Klarheit und nicht mit Verwirrung. Wenn es erforderlich ist, über eine Angelegenheit zu sprechen, dann sprechen sie darüber, nennen Namen und widerlegen ausführlich, so wie Scheich Rabī’ für seinen Mut bekannt war, sich den Leuten der Gelüste entgegenzustellen und jenen, die Fitnah entfachten und versuchten, die Salafis zu spalten.
Ein Beispiel dafür, wie unsere Gelehrten die Sunnah und ihre Anhänger verteidigten und die Leute der Gelüste sowie diejenigen, die ihnen Beistand leisten, widerlegten, ohne den Tadel der Tadler zu fürchten, zeigt sich darin, als Scheich Aḥmad an-Nadschmī (V) eine Widerlegung gegen einige Leute der Neuerung und ihre Grundsätze verfasste, in der auch Sayyid Quṭb erwähnt wurde. Als diese Widerlegung vor ihrer Veröffentlichung ‘Abdullah ibn Dschibrīn, der damals Mitglied des Gremiums der Großgelehrten war, erreichte, erhob er Einwände gegen die Schriften des Scheichs, ohne Beweise oder gültige Kritik vorzubringen, und forderte ihn auf, dieses Buch weder zu drucken noch zu veröffentlichen, während die Mehrheit der Gelehrten zu jener Zeit den Ausführungen von Scheich Aḥmad zustimmte.
Als Antwort darauf schenkte Scheich Aḥmad dieser Aufforderung keinerlei Beachtung. Vielmehr benannte er sein Buch sogar um in „Radd al-Jawāb ‘alā man ṭalaba minnī ‘adam ṭab’ al-Kitāb“, also: „Antwort auf denjenigen, der von mir verlangte, das Buch nicht zu drucken“, und veröffentlichte und druckte das Buch anschließend genau mit diesem neuen Titel!
Erneut sieht man darin die Tapferkeit unserer Gelehrten, und man hegt keine schlechten Gedanken über sie. Im Gegenteil: Halit Can Peker setzt unsere Gelehrten Angriffen aus, indem er derart verwirrende und falsche Aussagen bzw. Anschuldigungen über sie verbreitet.
Halit Can Peker fährt dann fort:
„Ich könnte noch weitere Beispiele nennen. Habt ihr jetzt verstanden, liebe Geschwister, was ich meine?“
Nein! Bitte verschone uns mit solchen Desastern, wir sind dieses voreilige und verwirrte Verhalten leid. Seine bereits geäußerten Worte und Angriffe gegen die Gelehrten reichen einem, der die Sunnah und ihre Leute liebt, mehr als aus, um zu verstehen, dass er ein verwirrter Mensch ist. Wir brauchen nicht, dass er weitere angebliche Fehler der Gelehrten erwähnt – die in Wirklichkeit nur in seiner Vorstellung existieren.
Seine fehlende Einsicht und sein Ausweichen durch den Aufruf zum Taḥākum[26]
[26] Dass eine Angelegenheit zwischen zwei Parteien vor einen Scheich gebracht wird, damit er zwischen ihnen ein Urteil fällt bzw. richtet
Nach wiederholten Aufforderungen an Halit, sowohl öffentlich als auch privat, von seinen Aussagen zurückzutreten, hat uns erreicht, dass er verlangt hat, sich mit Scheich ‘Abdullah al-Buchārī zusammenzusetzen, damit dieser in dieser Angelegenheit „richtet“. Die Frage ist: In welcher Angelegenheit genau soll der Scheich richten? In einer Angelegenheit, die so klar ist wie die Sonne, für jeden Leser nachzulesen, nämlich in seinen eigenen Worten, in denen er die Gelehrten angegriffen hat?
Warum benötigen wir einen Scheich in solch einer Angelegenheit, der zwischen „uns“ richten soll, wenn wir mit seinem Verbrechen doch nichts zu tun haben und es vielmehr nur ihn und seine Fehler betrifft? Wenn er zu blind ist, diese Fehler selbst zu erkennen, soll er sich mit dem Scheich selbst zusammensetzen, damit der Scheich über die Lügen, die er verbreitet hat, informiert wird. Nochmals: Es gibt hier kein Urteil zwischen irgendwelchen Parteien zu fällen; es betrifft ausschließlich ihn und seinen Anschuldigungen gegen den Gelehrten.
Darüber hinaus ist zu erwähnen: Zu den listigen und bekannten Methoden der Ḥizbiyyīn, wie etwa ‘Adnān ‘Ar‘ūr, dem Syrer, und derjenigen, die seinem Weg folgen (wie seinem Schüler Ḥasan Dabbāgh in Deutschland), gehört es, dass sie, sobald ihre Fehler in der ‘Aqīdah, im Manhadsch oder in ihrem Verhalten, die dem Qur’ān, der Sunnah und dem Weg der Salaf widersprechen, mit klaren und gültigen Beweisen offengelegt werden, plötzlich dazu aufrufen, die Angelegenheit durch Taḥākum einem Scheich vorzulegen. Auf diese Weise versuchen sie, die Sache so darzustellen, als handele es sich lediglich um eine persönliche Auseinandersetzung zwischen zwei Parteien.
In Wirklichkeit handelt es sich dabei um nichts anderes als um eine Strategie und eine List. Dadurch sollen die Grenzen zwischen Wahrheit und Falschheit verwischt werden. Auf diese Weise werden die tatsächlichen Verhältnisse durcheinandergebracht oder sogar umgekehrt dargestellt. Letztlich ist es nichts weiter als ein Schauspiel für die Zuschauer von jemandem, dem es an Beweisen, an Grundlagen und an moralischer Standhaftigkeit fehlt.
Wird die Angelegenheit dann nicht zu dem von ihnen vorgeschlagenen Scheich zurückgebracht, obwohl dies in solchen klaren Fällen gar nicht erforderlich ist, wie wir gleich mit den Worten von Scheich Rabī’ erläutern werden, beginnen diese melodramatischen Schauspieler laut zu klagen und zu rufen, wobei sie die Menschen verwirren, indem sie sagen: „Wir haben ihnen doch angeboten, zu Scheich soundso zu gehen, doch sie haben nicht darauf reagiert!“
Hinzu kommt, dass sie in solchen Situationen häufig den Vers anführen:
﴿فَاسْأَلُوا أَهْلَ الذِّكْرِ إِن كُنتُمْ لَا تَعْلَمُونَ﴾
„So fragt die Leute der Ermahnung, wenn ihr (etwas) nicht wisst.“[27]
Dabei enthält derselbe Vers bereits die Widerlegung gegen sie. Denn Allāh sagte: „wenn ihr (etwas) nicht wisst“. Weshalb sollte man in Angelegenheiten, die klarer sind als die Sonne und keinen Raum für Missverständnisse lassen, zu einem Gelehrten zurückkehren, um ihn zu fragen, ob es richtig oder falsch ist?
Doch in Wirklichkeit wollen sie damit erreichen, dass man zu einem bestimmten Scheich zurückkehrt, den sie praktisch zum Maßstab der Salafis gemacht haben. Dies geschieht nach der bekannten Vorgehensweise von al-Ḥalabī und al-Ma’ribī, bei der die Menschen an eine bestimmte Person gebunden werden sollen, zu der sie in allen Angelegenheiten zurückkehren müssen, wie bereits erläutert.
Wenn die Fehler einer Person mit klaren Beweisen dargelegt worden sind, gibt es für sie keinen Ausweg darin, zum Taḥākum zu einem Scheich zu flüchten. Das Einzige, was ihr obliegt, ist, unverzüglich von ihrem Fehler zurückzukehren und ihre Angelegenheit richtigzustellen.
Genau diese Vorgehensweise war auch der Trick von Ḥasan Dabbāgh (dem Sururī und Ichwānī), dem Schüler von ‘Adnān ‘Ar‘ūr, als er in seinem berüchtigten Telefonat Scheich Ibn ‘Uthaimīn (V) anrief und von ihm Taḥākum in Angelegenheiten verlangte, die in Wirklichkeit völlig klar und eindeutig waren. Ḥasan Dabbāgh, der versuchte, seinen irregeleiteten Scheich zu verteidigen, wandte sich an Scheich Ibn ‘Uthaimīn mit der Frage: „Die dritte Frage, Scheich: Sie betrifft die Angelegenheit des Taḥākum zwischen Scheich Rabī’ und Scheich ‘Adnān. Warum entscheidet ihr, o Scheich, nicht selbst in dieser Angelegenheit, damit wir von dieser gewaltigen Fitnah zur Ruhe kommen?“ |
Im Anschluss daran äußerte al-‘Allāmah asch-Scheich Rabī’ ibn Hādī al-Madchalī (V), nachdem sie versucht hatten, dasselbe listige Spiel auch mit ihm zu treiben:
„Der Aufruf zum Taḥākum in Angelegenheiten, die so klar sind wie die Sonne, gehört zu den abscheulichen Lächerlichkeiten, welche diese listige ‘Ar‘ūr-Gang erfunden hat und mit denen viele von den Leuten der Sunnah getäuscht wurden.
Fand etwa bei solchen Arten von Angelegenheiten in den Tagen der beiden Imame Muḥammad ibn Ibrāhīm Āl asch-Scheich und ‘Abdul-‘Azīz ibn Bāz ein Taḥākum statt?!
Zu den wahrhaft nächsten Verhaltensweisen und Haltungen der Salaf gehört die Haltung des al-‘Allāmah asch-Scheich ‘Abdul-‘Azīz ibn Bāz, als ihm einige Probleme von ‘Abdur-Raḥmān ‘Abdul-Chāliq vorgelegt wurden.
Er tat nichts anderes, als ‘Abdur-Raḥmān zu befehlen, davon zurückzukehren und ihn zu verpflichten, diesen Rückzug in den kuwaitischen und saudischen Zeitungen und Zeitschriften öffentlich bekannt zu geben.
Er pflegte zu ihm zu sagen: Du hast dies und jenes gesagt und das ist falsch.
Und du hast dies und jenes gesagt und das ist falsch.
Ebenso ließ Imam Scheich Muḥammad ibn Ibrāhīm Āl asch-Scheich Personen inhaftieren, ihres Amtes entheben und ausweisen, deren Verbrechen geringer waren als die Verbrechen von Abul-Ḥasan al-Ma’ribī gegen die Salafi-Grundlagen.“[28]
Und al-‘Allāmah asch-Scheich Rabī’ ibn Hādī al-Madchalī (V) sagte ebenfalls als Kommentar zu dem, was ‘Adnān ‘Ar’ūr von ihm verlangte, nämlich ein Taḥākum bei al-‘Allāmah Muḥammad ibn Ṣāliḥ al-‘Uthaimīn (V) wegen der Fehler und Einwände, die er an ihm kritisiert hatte:
„Was die Forderung nach einem Taḥākum bei Muḥammad ibn Ṣāliḥ al-‘Uthaimīn betrifft:
So verlangte er von ihm ein Taḥākum und machte darum viel Lärm, indem er überall großes Gerede darüber verbreitete. Dabei stellte er sich als Unterdrückter dar und behauptete, Rabī’ habe ihm Unrecht getan und so weiter.
Daraufhin kontaktierte mich Muḥammad ibn Ṣāliḥ al-‘Uthaimīn und bot mir ein solches Verfahren an. Doch ich überzeugte ihn davon, dass in solchen Angelegenheiten kein Taḥākum stattfindet.
Denn dieser Mann hat die Leute der Neuerungen verteidigt, verdorbene und neuartige Grundlagen aufgestellt und dies und jenes getan.
Dann fragte ich ihn (Scheich al-‘Uthaimīn): Hast du überhaupt die Bereitschaft, alles zu studieren, was zwischen mir und ‘Adnān ‘Ar’ūr in Büchern und Tonaufnahmen vorgefallen ist?
Er sagte: Nein, dazu habe ich keine Bereitschaft. Da sagte ich: Also erstens weißt du selbst, dass jemand wie dieser Mann nicht einem Taḥākum unterzogen wird und dass auf eine solche Forderung nicht eingegangen wird. Denn er ist der Falsche und derjenige, der sich gegen den Manhadsch der Salaf vergangen hat.
Ich meine daher, dass du ihm raten solltest, Allāh gegenüber Reue zu zeigen und zurückzukehren.
Und damit war Ibn ‘Uthaimīn überzeugt.“[29]
Wir verstehen jedoch, dass dieser Aufruf, zu den Gelehrten zurückzukehren, lediglich ein Schauspiel ist (was in ihrem Fall bedeutet, die Salafis an ein oder zwei einzelne Personen zu binden). Daher stellen wir die Gegenfrage: Wenn man seine Angelegenheiten wirklich zu den Gelehrten zurückbringt, an wen hat man sich denn gewandt, bevor diese Audioaufnahme veröffentlicht wurde? Wer hat diese Aussagen, die gegen die Gelehrten gemacht wurden, gebilligt? Welcher ‘Ālim ist solchen Aussagen vorausgegangen?
Uns hat außerdem von einigen Brüdern erreicht, dass Halit in seinen privaten Sitzungen über die Tasisalilm-Plattform ausdrücklich vor Salafis und vor etablierten Da’wah Bemühungen im deutschsprachigen Raum warnt[30], Projekte, an denen er selbst nie beteiligt war oder zu denen er beigetragen hat. Wir fragen erneut: Welchen der Gelehrten hat man konsultiert, bevor vor bekannten Salafis bzw. Studenten gewarnt wurde? Warum wurde diesen Brüdern gesagt, sie sollten diese Warnung als Amānah geheim halten und dass sein Name in diesem Zusammenhang nicht erwähnt werden soll? Wenn man etwas zu sagen hat, dann soll man die Beweise bringen, wenn man wahrhaftig und tapfer ist. Jedoch sind dies die Worte eines Menschen, der von Furcht geprägt ist, da seine Warnung auf keinerlei Grundlage beruht.
Man sollte ahnungslosen Brüdern, die zu uns kommen, um Klarheit zu suchen, nicht beschuldigen oder versuchen, sie einzuschüchtern oder ihnen etwas vorzuwerfen, da sie kein Unrecht getan haben. Vielmehr ist er es, der Namīmah verbreitet und Unrecht tut – nicht nur über die Gelehrten, sondern auch über Salafis, die im deutschsprachigen Raum tätig sind.
Imam al-Buchārī (V) überliefert in seinem Ṣaḥīḥ im Kapitel: „Wer seinen Gefährten darüber informiert, was über ihn gesagt wurde“:
Von ‘Abdullah ibn Mas’ud (I), der sagte:
{ قَسَمَ رَسُولُ اللهِ صلى الله عليه وسلم قِسْمَةً، فَقَالَ رَجُلٌ مِنَ الأَنْصَارِ: والله مَا أَرَادَ مُحَمَّدٌ بهذا وَجْهَ اللَّهِ. فَأَتَيْتُ رَسُولَ اللهِ صلى الله عليه وسلم فَأَخْبَرْتُهُ، فَتَمَعَّرَ وَجْهُهُ وَقَالَ: رَحِمَ اللهُ مُوسَى، لَقَدْ أُوذِيَ بِأَكْثَرَ مِنْ هذا فَصَبَرَ }
„Der Gesandte Allāhs (H) verteilte bei einer Gelegenheit die Kriegsbeute, und ein Mann von den Anṣār sagte: ‚Bei Allāh, Muḥammad hat mit dieser Handlung nicht das Wohlgefallen Allāhs beabsichtigt.‘ Darauf ging ich zum Gesandten Allāhs (H) und informierte ihn darüber. Der Zorn wurde auf seinem Gesicht sichtbar, und er sagte: ‚Möge Allāh sich über Musa erbarmen. Ihm wurde mehr als dies angetan, und er blieb geduldig.‘“[31]
Ibn al-Mulaqqin (V) sagte dazu:
„Darin enthalten ist an Rechtsverständnis (Fiqh): Dass es einem Mann erlaubt ist, den Leuten der Tugend und der Rechtschaffenheit (welche die Fehler der Menschen bedecken) unter seinen Brüdern zu berichten, was über sie gesagt wurde, wenn es etwas Unangebrachtes ist, damit sie über diejenigen informiert werden, die ihnen schaden und sie herabsetzen.
Es liegt keine Sünde auf ihm, wenn er darüber spricht und es ihm übermittelt. Dies fällt nicht unter die Kategorie der Namīmah (Verleumdungsträgerei). Denn als Ibn Mas‘ud den Gesandten Allāhs (H) berichtete, was der Anṣārī über ihn sagte und wie er ihn der Ungerechtigkeit bei der Verteilung bezichtigte, sagte der Prophet nicht zu ihm: ‚Du bist mit etwas Unzulässigem gekommen und hast Namīmah von den Ansar überbracht, und Namīmah ist verboten.‘ Vielmehr akzeptierte er (H) dies und antwortete ihm mit seinen Worten: ‚Möge Allāh sich über Musa erbarmen…‘ bis zum Ende des Hadith.
Im Gegenteil: Es war Ibn Mas’ud erlaubt, dies dem Gesandten (H) zu übermitteln, weil der Anṣārī-Mann durch seinen Vorwurf gegen ihn (H) eine gewaltige Sünde auf sich geladen und ein gewaltiges Vergehen beging. Deshalb hatte seine Rede keine Unantastbarkeit mehr. Die Übermittlung von Ibn Mas’ud war keine Namīmah.
Imām Mālik sagte über eine Person, die an einer anderen Person vorbeigeht und hört, welcher einen Abwesenden verleumdet (einer Straftat bezichtigt): „Er soll gegen ihn aussagen, wenn noch ein anderer (Zeuge) bei ihm ist.“
Und er sagte über eine Gruppe von Leuten, die hörten, wie ein Mann einen anderen verleumdete, und ihn daraufhin vor den Imam (den Herrscher oder Richter) brachten: „Es geziemt sich für ihn [den Imām] nicht, die festgesetzte Strafe (Hadd) zu vollziehen, bis der Kläger [der Verleumdete] selbst erscheint.“
Und wenn dies (das Berichten solcher Aussagen) Namīmah wäre, dann wäre das Ablegen von Zeugnis nicht erlaubt, denn Namīmah ist eine große Sünde, und eine solche hebt die Zeugnisfähigkeit (Glaubwürdigkeit) einer Person auf.“[32]
[28] Madschmū’ ar-Rudūd ‘alā Abil-Ḥasan al-Ma’ribī, entnommen aus: Madschmū’ al-Kutub war-Rasā’il (13/178–179)
[29] Daf’ Baghī ‘Adnān ‘alā ‘Ulamā’ as-Sunnah wal-Īmān, entnommen aus: Madschmū’ al-Kutub war-Rasā’il (11/175–176)
[30] Zusätzlich hat er (und seinesgleichen) behauptet, bestimmte Da’wah-Projekte seien ihnen entrissen worden. Zunächst einmal hat Halit in den letzten 15 Jahren niemals an irgendeiner unserer Da’wah-Aktivitäten teilgenommen. Wie kann er also behaupten, ihm sei etwas genommen worden, wenn es nie in seinem Besitz war und er in keiner Weise beteiligt war? Eine Klarstellung zu dieser gezielten Verleumdungskampagne wurde bereits hier verfasst: (PDF)
[31] Al-Buchārī Nr. 6100, Muslim Nr. 1062
[32] Al-Tauḍīḥ li-Scharḥ al-Dschāmi’ al-Saḥīḥ, Band 28, Seiten 396–397
Schlusswort: Ein alarmierendes und gefährliches Muster und unser Aufruf
Wenn man die Aussagen von Halit Can Peker, und seinesgleichen, gegenüber unseren großen Gelehrten analysiert, erkennt man eine Agenda, die großen Gelehrten zu stürzen und die Stellung der großen Gelehrten zu untergraben, um kleinere Studenten des Wissens auf eine Stufe künstlich aufzublasen, die ihnen nicht zusteht, damit Angelegenheiten zu ihren ein oder zwei Scheichs gebracht werden, anstatt zu den großen Gelehrten unserer Zeit.
Wir Salafis wurden von jungem Alter an darauf erzogen, an den großen Gelehrten unserer Zeit festzuhalten, weil Sie an den Qur’ān und die Sunnah festhalten. Es gehört stets zu unserer Da’wah, die Werke unserer großen Gelehrten zu verbreiten, denn der Segen liegt bei unseren Älteren, wie unser Prophet (H) sagte, sei es ihre Bücher, ihre Schurūḥāt oder ihre Durūs. Heute jedoch sieht man Personen, die die Massen mit kleineren Studenten des Wissens verbinden möchten. Anstatt zu den Werken der großen Gelehrten zu gehen, die völlig ausreichend und heilbringend sind, und diese den Menschen zu erklären, greift man darauf zurück, die Menschen entweder an sich selbst[33] oder an andere Studenten zu binden. Wie es im Sprichwort heißt: Es gibt kein Tayammum, wenn Wasser vorhanden ist. Warum greift man also zum Tayammum, wenn das Wasser, nämlich die Werke der Gelehrten, vorhanden ist?
Vielmehr sieht man sie im Kampf gegen die großen Gelehrten (in Wort und Tat) und was wir derzeit auf der Szene beobachten, ist nichts anderes als eine Revolution gegen die etablierte Salafi-Da’wah, und die eingesetzten Tricks sind nichts anderes als die Methode der Ḥaddādīyyah – alles nur unter einem anderen Namen!
Wir erinnern an den Ḥadīth-Qudsī, in dem Allāh (D) sagt:
{مَن عادى لي وليًّا فقد آذَنتُه بالحَربِ}
„Wer einem Walī von Mir Feindschaft zeigt, dem erkläre Ich den Krieg.“[34]
Und Allāh (E) sagt:
﴿يَرْفَعِ اللَّهُ الَّذِينَ آمَنُوا مِنكُمْ وَالَّذِينَ أُوتُوا الْعِلْمَ دَرَجَاتٍ﴾
„Allāh erhöht diejenigen von euch, die glauben, und diejenigen, denen Wissen gegeben worden ist, um Rangstufen.“[35]
Wir bitten Allāh, Sich unserer Gelehrten zu erbarmen, jener, die bereits verstorben sind, wie Scheich Ibn Bāz, Scheich Aḥmad an-Nadschmī, Scheich ‘Ubaid al-Dschābirī, Scheich Ṣāliḥ al-Luḥaidān, Scheich ‘Alī Nāṣir Faqīhī, Scheich Rabī’ al-Madchalī, Scheich ‘Abdul ‘Azīz Āl asch-Scheich, und jene zu bewahren, die noch am Leben sind, wie Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān, Scheich ‘Abdul-Muḥsin al-‘Abbād und andere.
والله أعلم، وصلى الله وسلم وبارك على نبينا محمد وعلى آله وصحبه أجمعين
Khidr ibn Malik
Khawer ibn Malik
Studenten an der Umm al-Qurā Universität
Makkah al-Mukarramah, am 03.10.1447 (22.03.2026)
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[33] Über die Jahre hinweg haben diese jungen und unerfahrenen Brüder, die gerade erst in das Feld der Da’wah eingetreten sind, einige wohlbekannte und gefestigte Salafi Du’āt im englischsprachigen Raum kritisiert – darunter solche, die das Alter von 50 oder sogar 60 Jahren überschritten haben und seit mehr Jahren Da’wah betreiben, als jene selbst überhaupt am Leben sind. Sie kritisierten sie dafür, dass sie mit „Scheich“ angesprochen wurden, doch siehe da: Heute sehen wir, dass sie selbst mit „Faḍīlatusch-Scheich“ angesprochen und vorgestellt werden, ohne dass sie auch nur mit der Wimper zucken, um solche Titel zurückzuweisen.
Um nur eines von vielen Beispielen im Kontext der deutschen Salafi Da’wah zu nennen: Im Jahr 2014 führten wir eine Telelink Sitzung mit Scheich Ḥassan Ibn ‘Abdil-Wahhāb al-Bannāh (
Als der Schaych (ʿAlī bin Nāṣir Faqīhī) dann am 20.08.2024 verstarb, genau dreieinhalb Monate nach den desaströsen Worten von Semir, postete Schaych ʿAbdullāh al-Buchārī sein Beileid für diesen geehrten Schaych, mit den Worten: „Heute ist unser Schaych, der GROßGELEHRTE, der Erzieher und Verteidiger der Religion Allāhs, ʿAlī bin Nāṣir al-Faqīhī verstorben.“ Dieser Beitrag von Schaych ʿAbdullāh al-Buchārī wurde von Alben (Abdurrahman) al-Albānī, auf seinem Telegramkanal übersetzt und gepostet (siehe Screenshot).