klar-unklar.pngFrage:

Einige Menschen übertreiben darin, diejenigen zum Schweigen zu bringen, die vor den Neuerern warnen, und sagen: „Das ist die Aufgabe der Gelehrten?“

Scheich Rabī’ al-Madchalī (V) antwortete:

Auf jeden Fall haben diese darin übertrieben, den Studenten des Wissens zum Schweigen zu bringen, sie haben stark übertrieben. Und ihre Worte dienen dazu, die Jugendlichen zu terrorisieren und ihnen Steine in die Münder zu stopfen, um sie daran zu hindern, die Wahrheit über die Leute der Neuerung zu sagen.

Sie haben in diesen Dingen übertrieben. Was nun verborgene Angelegenheiten betrifft: Du als Student des Wissens darfst darüber nicht ohne Wissen sprechen. Es gibt jedoch klare und eindeutige Angelegenheiten: die Pflicht des Gebets, die Pflicht des Fastens, die Pflicht der Zakāh, die Pflicht des Hadsch, das Verbot der Istighāthah und das Verbot des Tawassul. Diese Dinge sind klar. Darüber spricht sowohl der Gelehrte als auch der Student des Wissens. Es gibt jedoch verborgene Angelegenheiten, die Idschtihād erfordern, und diese werden den Gelehrten überlassen. Aber doch nicht alles!

Tayyib, ‘Abdul-‘Azīz ibn Bāz, Muḥammad ibn Ṣāliḥ al-‘Uthaimīn, Muḥammad Nāṣirud-Dīn al-Albānī und andere anerkannte Gelehrte gehen nicht nach Europa und Amerika. Es genügen ihnen dort die Studenten des Wissens, die im Rahmen dessen sprechen, was sie wissen. Was jedoch die Nawāzil betrifft, so müssen die Gelehrten darüber über die heute verfügbaren Mittel befragt werden. Jeder übermittelt also das, was er an Wissen besitzt. Wenn man dich über Dinge fragt, die dir unklar sind, dann sage: „Bei Allah, dies ist eine verborgene Angelegenheit und benötigt Gelehrte, die größer sind als ich. Ich werde danach fragen.“

Was jedoch die klaren Angelegenheiten betrifft, so erkläre sie unter der Bedingung, dass du darüber Wissen und Beweise besitzt. Sprich nicht aus Unwissenheit. Selbst wenn die Angelegenheiten klar sind: Wenn du keine Beweise hast, dann sprich nicht darüber. Wenn die Angelegenheiten klar sind und du Beweise dafür hast, dann sprich und erläutere. Es gibt Angelegenheiten, die notwendigerweise zur Religion gehören, darüber sprechen die Studenten des Wissens. Dazu gehört zum Beispiel die Istighāthah bei jemand anderem als Allah, was zu den klaren Angelegenheiten gehört:

﴿وَمَنْ أَضَلُّ مِمَّن يَدْعُو مِن دُونِ اللَّهِ مَن لَّا يَسْتَجِيبُ لَهُ إِلَىٰ يَوْمِ الْقِيَامَةِ وَهُمْ عَن دُعَائِهِمْ غَافِلُونَ﴾

„ Wer ist weiter abgeirrt als jemand, der anstelle Allahs diejenigen anruft, die ihm bis zum Tag der Auferstehung nicht antworten werden, und die ihrem Bittgebet gegenüber achtlos sind.

﴿وَلَا تَدْعُ مِنْ دُونِ اللَّهِ مَا لَا يَنْفَعُكَ وَلَا يَضُرُّكَ﴾

 „Und rufe nicht anstelle Allahs das an, was dir weder nützt noch schadet.“

Und so weiter. Wenn er Beweise besitzt, legt er sie dar. Wenn er einen Schiiten sieht oder einen Ṣūfī sieht, der Tawāf um ein Grab macht, Istighāthah begeht, schlachtet oder Gelübde ablegt: Soll er dann sagen: „Ich halte mich davon zurück, diese Falschheit zu erklären und davor zu warnen, und warte, bis einer der großen Gelehrten kommt, um diese Pflicht zu erfüllen?“

Ich sage: Diese wollen besonders die Salafi-Jugend zum Schweigen bringen. Denn diejenigen, die am meisten das Verwerfliche zurückweisen und dem Falschen entgegentreten, sind die Salafi-Jugend. Habt ihr das gesehen?

Diese Politiker zeigen Sympathie gegenüber den Rāfiḍah, den Chawāridsch und allen Leuten der Neuerung. Sie wollen ihre Gefühle nicht verletzen. Daher kommen sie mit solchen Aussagen und sagen:
„Darüber sprechen nur die Gelehrten!“
„Sogar Kinder sprechen?“
„Sogar jemand, der die al-Fātiḥah nicht richtig beherrscht, spricht?“

Und sie übertreiben darin, die Salafi-Jugend zu verunglimpfen. All dies ist eine Verteidigung der Leute der Neuerung, ein Abhalten vom Weg Allahs und das Terrorisieren der Salafi-Jugend, die sich der Da’wah zu Allah sowie dem Gebieten des Guten und dem Verbieten des Schlechten stellt.

Und wir sagen zur Salafi-Jugend:

O ihr Brüder, sprecht nicht ohne Wissen. Die klaren Angelegenheiten, für die ihr Beweise habt, darüber sprecht. Die verborgenen Dinge hingegen dürft ihr nicht betreten. Das sagen wir ihnen. Und dann sagen wir: Ruft zu Allah auf. Jeder ruft entsprechend dem Maß seines Wissens auf. Der Gesandte Allahs (H) sagte:

بَلِّغُوا عَنِّي وَلَوْ آيَةً

„Übermittelt von mir, auch wenn es nur ein Vers ist.“ (Überliefert von al-Buchārī in Aḥādīth al-Anbijā’ 3461, Aḥmad in seinem Musnad 2/159 und at-Tirmidhī in seinem Dschāmi’ 2669).

Quelle: ‘Aun al-Bārī bi-Bajān Scharḥ as-Sunnah lil-Imām al-Barbahārī von Scheich al-‘Allāmah Rabī’ ibn Hādī ‘Umair al-Madchalī (V), Band 1, Seite 423.



Übersetzung: Khawer ibn Malik